„Positive Gegenkräfte mobilisieren“

Zum Auftakt der jährlichen Förderationstagung der deutschsprachigen vinzentinischen Gemeinschaften bescheinigte der Bischof den Vinzentinerinnen am Dienstag in Untermarchtal, sie würden in einer Zeit wachsender Anonymität, Beziehungs- und Bindungsunfähigkeit „positive Gegenkräfte mobilisieren“. Solche Gegenkräfte seien Hoffnungskraft und Zutrauen in die Eigenkräfte des Menschen, die aus dem christlichen Glauben und Menschenbild erwachsen. Mit ihrem Engagement in der Kranken-, in der Behinderten- und Altenpflege, in Waisenheimen, Schulen, Gefängnissen und Obdachlosenheimen sowie in der geistlichen Bildung bezeugen die Vinzentinerinnen nach den Worten von Bischof Fürst, „wie sich Barmherzigkeit Gottes in barmherziges Handeln für Menschen verwandelt“.

Die Barmherzigen Schwestern mit Sitz in Untermarchtal unterhalten nach eigenen Angaben karitative Einrichtungen mit derzeit 4.500 Mitarbeitenden. Die Gemeinschaft zählt 446 Schwestern in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und 200 Schwestern in Tansania, wo sie 18 Missionsstationen betreibt. Die Vinzentinerinnen-Kongregation geht auf eine Gründung im Elsass 1734 durch Bischof Armand Gaston de Rohan-Soubise von Straßburg zurück. Im laufenden Jahr feiern die Untermarchtaler Vinzentinerinnen ihr 150-jähriges Bestehen. Am 2. Juli 1858 konnte das erste Mutterhaus mit 54 Schwestern in Schwäbisch Gmünd eröffnet werden. 1891 zog die Kongregation ins oberschwäbische Untermarchtal. Nach dem Vorbild der Ordensgründer Vinzenz von Paul (1581-1660) und Luise von Marillac (1591-1660) geht es den Schwestern darum, unter dem Leitwort „Liebe sei Tat“ Not leidenden Menschen zu helfen.

In Untermarchtal tagen bis Samstag Vertreterinnen von 14 deutschsprachigen vinzentinischen Gemeinschaften unter der Leitung ihrer Generaloberinnen unter dem Leitwort „Du hast meinen Füßen weiten Raum geschenkt“. Als Gäste nehmen Schwestern aus Graz, Zams (Österreich) und Zagreb (Kroatien) teil.