Profil zeigen und Spuren hinterlassen

Beim Start der zweitägigen Pilgerwanderung am Freitag im oberschwäbischen Ochsenhausen stellte er den heiligen Mantelteiler und Patron Europas als Menschen mit Profil vor, der prägende Spuren des Glaubens und der Mitmenschlichkeit hinterlassen habe. In seiner Person bündele sich der Auftrag Jesu: „Liebet einander, so wie ich euch geliebt habe!“

Die württembergische Diözese habe den Martinusweg, der in Württemberg seit dem vergangenen Jahr auf insgesamt 1.200 Kilometern Martinskirchen und weitere dem Heiligen gewidmete Orte vernetzt, als Zeichen der Verbundenheit und der Erinnerung an den Heiligen eingerichtet, sagte der Bischof. Auf diesen Spuren könnten Menschen gemeinsam unterwegs sein und sich dem Evangelium Christi öffnen. Mantelteilung sehe heute oft anders aus als zu Zeiten des heiligen Martin. Sie zeige sich, wenn Christen sich für andere Menschen erwärmen in einer kalten Gesellschaft, wenn sie sich Vereinsamten, Gescheiterten, Alten, Kranken oder Behinderten zuwenden. „Damit ist und bleibt Martin eine Mahnung an uns, dass die Caritas unter uns lebendig sein und bleiben muss.“ Ein Heiliger wie Martin habe sich in die Spur Jesu begeben und eindrucksvoll vorgelebt, „wie Christsein in der Praxis geschehen kann“, so Bischof Fürst.

Der Europarat nahm den Martinusweg 2005 in die Liste der Kulturwege auf. Die „Via Sancti Martini“ verbindet den Geburtsort des heiligen Martin, Szombathely in Ungarn, mit
seiner Grablege in Tours in Frankreich. Bischof griff diese Idee für die Diözese Rottenburg-Stuttgart auf. Entstanden sind ein Hauptweg und vier Nebenwege, die
zahlreiche Martinskirchen in der Diözese miteinander verbinden und Pilger einladen,
sich mit dem heiligen Martin auf einen geistlichen Weg zu machen. Zu dem Weg hat die Hauptabteilung Pastorale Konzeption ein Buch erstellt, das den Weg und die einzelnen Etappen vorstellt. Überreicht wurde es dem Bischof am Freitag von Domkapitular Matthäus Karrer. Schüler des Rottenburger Martinihauses hatten die Ausarbeitung des Weges wesentlich vorangetrieben, unter Beteiligung vieler Ehrenamtlicher in Dekanaten und Gemeinden. „Martinihäusler“ begleiteten den Bischof auf seiner Pilgerschaft.

Hinweis: Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, von Mario Kaifel und Doris Albrecht, ISBN 978-3-89870-773-2, Kunstverlag Josef Fink, 9,80 Euro.

Der Martinusweg im Internet: www.martinuswege.de

Uwe Renz