Bauprojekt

Quartiersentwicklung sucht den Dialog

Die drei stehen vor einer Wiese mit Bäumen.

Generaloberin Sr. Maria Hanna vom Kloster Reute, Gerlinde Kretschmann, Frau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und Domkapitular Thomas Weißhaar, Offizial der Diözese Rottenburg Stuttgart (v.l.) auf dem Klosterareal - Foto: Kloster Reute/Claus Mellinger

Informationsveranstaltungen zum Klosterberg-Projekt ziehen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ins Kloster Reute bei Bad Waldsee.

„Einfach offen und nah“ – so wie das Motto des Klosterbergprojekts zeigten sich die Franziskanerinnen von Reute beim Start des Bürgerdialogs zur Quartiersentwicklung. Die derzeit niedrige Inzidenz machte es möglich und so konnten die Franziskanerinnen erstmals direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern der Ortschaft Reute-Gaisbeuren ins Gespräch über ihr Quartiersprojekt gehen. An drei Orten auf und am Klosterberg in Reute sollen nach den Plänen der Schwestern Wohnungen entstehen.

Im Ostteil des Mutterhauses ist das „klosternahe Wohnen“ vorgesehen. Hier entstehen einfache Appartements für gemeinschaftliches Wohnen in einem klösterlichen Umfeld. Auf den früheren Ökonomieflächen des Klosters soll ein Wohnquartier entstehen, das erschwinglichen Wohnraum vor allem für Familien anbieten soll. Hierbei streben die Schwestern ein genossenschaftliches Modell an, um das gemeinschaftliche Leben und die Mitverantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner zu fördern. Am anderen Ende des Klosterbergs, zur Ortsmitte hin, sollen Wohnungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen entstehen. Hier ist die St. Elisabeth-Stiftung der Kooperationspartner, der die Betreuungsangebote zusteuern wird.

Vorbild für Nutzung nicht mehr benötigter kirchlicher Räume

Der Clou: Alle drei Wohnformen sollen so miteinander verknüpft werden, dass ein lebendiges Miteinander möglich wird – ein generationengerechtes und generationenübergreifendes Quartier mit dem Kloster der Franziskanerinnen in der Mitte. Das Quartiersprojekt soll nach dem Willen der Franziskanerinnen auch eine „Blaupause“ für den Umgang mit kirchlichen Immobilien sein. „Wir wollen beispielhaft ausprobieren, wie nicht mehr benötigter Raum sozial verantwortlich genutzt werden kann“, sagt Generaloberin Sr. Maria Hanna. Dieser Gedanke hatte auch schon 2020 das Wirtschaftsministerium des Landes überzeugt, weshalb klosternahes Wohnen und Quartiersentwicklung im Zuge der Wohnraumoffensive finanziell gefördert werden.

Das wollten sich über 300 Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort ansehen und sich über den Stand der Planungen informieren. Im eigens aufgebauten Festzelt erfuhren sie Details über die Geschichte des Klosters und der Ideen, die dem Quartiersprojekt zugrunde liegen. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Bad Waldsee, des Landes und Domkapitular Thomas Weißhaar von der Diözesanleitung zollten den Plänen der Schwestern Achtung und Anerkennung. Vor allem die Stadt Bad Waldsee sieht das große Potenzial der Entwicklung für die Ortschaft Reute-Gaisbeuren und hat sich zwischenzeitlich mit ihrer Ortsentwicklung an den Bürgerdialog angeschlossen.

Rückmeldungen fließen in den Entwicklungsprozess ein

Im Anschluss an die Grußworte und Informationen ging es in Gruppen zu den Stationen des Quartiersprojekts rund um den Klosterberg. An der Station auf den ehemaligen Ökonomieflächen konnten 14 Ideenskizzen zum Quartier bestaunt werden, die von Studierenden der Technischen Hochschule Lübeck unter Professor Benjamin Spaeth erarbeitet wurden. An der Station „Wohnen im Alter“ ging es in „Murmelgruppen“ an Stehtischen direkt ins Gespräch. Dazwischen nutzten die Besucherinnen und besucher die Zeit zum Gespräch und zum Austausch. Zahlreiche Rückmeldungen wurden gleich aufgeschrieben und gesammelt. Diese Rückmeldungen und die Ergebnisse der Haushaltsbefragung, die gerade angelaufen ist, werden in die Quartiers- und Ortsentwicklung einfließen.

„Dass wir als Franziskanerinnen zusammen mit der Stadt diesen Bürgerdialog führen ist der Ausdruck des guten Miteinanders“, fasst Generaloberin Sr. Maria Hanna die beiden Startveranstaltungen zusammen. Es sei ein Segen, so die Generaloberin weiter, dass das Land Baden-Württemberg diesen Entwicklungs- und Beteiligungsprozess finanziell großzügig fördere. So könne man die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg mitnehmen und eine gemeinsame Entwicklung ermöglichen.

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