Recht des Kindes auf Leben hat Vorrang vor dem Recht

In seiner Stellungnahme zum „Problem der anonymen Kindesabgabe“ hatte der Deutsche Ethikrat dies damit begründet, dass die Angebote zur anonymen Kindesabgabe besonders deshalb ethisch und rechtlich problematisch seien, weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzten. Bormann und Schäfer-Krebs betonen dagegen: „Wenn durch die Babyklappen auch nur ein Kind gerettet werden und in stabilen Verhältnissen aufwachsen kann – dann hat sich die Babyklappe schon gelohnt.“

Die beiden Sprecherinnen der Frauenkommission weisen darauf hin, dass es in Baden-Württemberg zur Zeit fünf Babyklappen gibt, die in Karlsruhe, Stuttgart, Pforzheim, Mannheim und Lörrach eingerichtet worden sind. Bislang seien dort insgesamt 35 Kinder abgegeben worden. Zehn Babys seien von ihren Müttern wieder zu sich geholt worden.

Allein diese auf Baden-Württemberg bezogenen Erfahrungen forderten geradezu die Existenz von Babyklappen, so Monika Bormann und Margret Schäfer-Krebs. „Babyklappen können ein letzter Ausweg für verzweifelte Frauen sein. Die Zahl der Kindstötungen nimmt immer weiter zu. Babyklappen sind eine Möglichkeit, hier vorzubeugen. Im Vordergrund steht hierbei nicht das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft, sondern sein Recht zu leben.“