Weihe

Repräsentanten einer dienenden Kirche

Werden am 10. Oktober zu Ständigen Diakonen geweiht: Stefan Ardemani, Luboš Ihring, Dieter Amann und Siegfried Springsguth. Bild: DRS

Werden am 10. Oktober von Weihbischof Matthäus Karrer zu Ständigen Diakonen geweiht: Stefan Ardemani, Luboš Ihring, Dieter Amann und Siegfried Springsguth. Bild: DRS

Am Samstag, den 10. Oktober, werden vier Ständige Diakone geweiht. Erstmals seit 1995 findet die Weihe in Friedrichshafen statt.

Bei einem Gottesdienst mit Weihbischof Matthäus Karrer werden am Samstag, 10. Oktober, in Friedrichshafen vier Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Nach 1995 ist es das erste Mal seit 25 Jahren, dass in der Stadt am Bodensee ein solcher Weihegottesdienst stattfindet. Beginn ist um 10 Uhr in der Kirche St. Petrus Canisius. Der Gottesdienst wird live im Internet auf www.drs.de übertragen. Wegen der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln ist eine Teilnahme am Gottesdienst nicht möglich.

Nach einer sieben- bis achtjährigen Vorbereitungs-, Studien- und Ausbildungszeit erhalten die folgenden Männer die Weihe zum Ständigen Diakon:

Dieter Amann (44) wurde in Friedrichshafen geboren, er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Ingoldingen. Aufgewachsen in Brochenzell, besuchte er das Schulinternat in Wilhelmsdorf und in Altshausen. Er hat zwei Söhne. Aufgrund seiner Schwerhörigkeit gehört er zur Kirchengemeinde der Katholischen Seelsorge für Menschen mit Hörbehinderung in der Region Südostwürttemberg. Dort ist er seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen tätig: als Leiter des Gebärdenchors und bis zur diesjährigen Kirchengemeinderats-Wahl auch als Sprecher des Pastoralrats in der Kirchengemeinde. Zudem ist er Wort-Gottesdienst-Leiter. Beruflich arbeitet er als Bauzeichner in einem Architekturbüro in Ravensburg. Nach seiner Weihe wird er als Diakon im Zivilberuf für die Katholische Seelsorge für Menschen mit Hörbehinderung tätig sein.

Stefan Ardemani (44) wurde ebenfalls in Friedrichshafen geboren. Er ist verheiratet und lebt dort mit seiner Frau und einer Tochter. Zur Familie gehören noch zwei weitere erwachsene Töchter. Er ist Grund- und Hauptschullehrer an der katholischen Bodenseeschule St. Martin in Friedrichshafen und dort auch in der Schulpastoral engagiert. In seiner Kirchengemeinde St. Petrus Canisius war er Lektor, Kommunionhelfer und Kirchengemeinderat. Nach seiner Weihe wird er als Diakon im Zivilberuf in St. Petrus Canisius tätig sein. Dort wird er weiterhin Angebote in der Männerpastoral und in der Trauerbegleitung machen.

Luboš Ihring (43) stammt aus Kuneschhau in der Slowakei. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und einem Sohn in Deggingen. Nach dem Theologie- und Kirchenmusikstudium in der Slowakei kam er 2005 nach Stuttgart, um an der Musikhochschule Kirchenmusik und Historische Tasteninstrumente zu studieren. Weitere Studien führten ihn nach Saarbrücken. Nach einer Zeit als Kirchenmusiker im Raum Stuttgart und im Kanton Luzern wurde er Kantor an der Peterskirche Weilheim an der Teck und Orgelsachverständiger der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie Organist der Slowakischen Katholischen Mission in Stuttgart/Böblingen. Nach seiner Weihe wird er als Diakon im Zivilberuf in der Kirchengemeinde St. Petrus und Paulus in Neuhausen a. d. Fildern tätig sein.

Siegfried Springsguth (55) wurde in Bönen/Westfalen, nahe Dortmund, geboren. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau im oberschwäbischen Bad Saulgau. Zur Familie gehören drei gemeinsame Kinder im Alter von 25, 23 und 16 Jahren. Er ist begeisterter Radfahrer und Bergwanderer, hört gerne klassische Musik und freut sich besonders über interkulturelle und interreligiöse Begegnungen. Nach Studien der Sozialarbeit, Theologie und Religionspädagogik in Paderborn und Innsbruck, verschiedenen beruflichen Stationen in Deutschland und mehr als zehn Jahren in Österreich, während derer er unter anderem in der Leitung eines Bildungshauses tätig war, ist er derzeit in der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung in der Region Ulm-Alb-Donau im Bereich „Betriebliche Gesundheitsförderung und Seelsorge“ für etwa 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig. Nach seiner Weihe wird er als Diakon im Zivilberuf in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Bad Saulgau tätig sein.

Zum Hintergrund

Über Jahrhunderte war in der römisch-katholischen Kirche die Diakonenweihe nur die  Vorstufe zur Priesterweihe. Beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) wurde das Amt des Ständigen Diakons jedoch wieder eingeführt, erläutert Erik Thouet, Bischöflicher Beauftragter für die Ausbildung zum Ständigen Diakonat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Der Diakonat besteht somit als eigenständige Stufe der Hierarchie neben dem Bischof und den Priestern. Laut Thouet ist der aufrichtige Dienst am Anderen gewissermaßen Schlüsselqualifikation für das Amt. „Diakone gehen mit den Menschen durch den Staub der Bedrängnis, sie sind Repräsentanten einer dienenden Kirche“, sagt er.

Ständige Diakone sind meist verheiratet und haben sich im Beruf, im Leben und im Glauben bewährt. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind sie in der Regel ehrenamtlich tätig. Thouet bezeichnet ihren Auftrag als „unverzichtbar für eine Kirche der Zukunft“.