Retter der „Königin des Härtsfeldes“

Bei einem Empfang am Rande einer Klausurtagung des Domkapitels und der Mitglieder der so genannten Sitzung des Bischöflichen Ordinariats am Montagabend, 27. Juni, dankte der Bischof namhaften nach Neresheim eingeladenen Freunden und Förderern der „Königin des Härtsfeldes“ und ebenso bereits verstorbenen Persönlichkeiten, die sich der Rettung dieses berühmten Beispiels barocker Baukunst verschrieben hatten.

Nach der baupolizeilichen Schließung der von Balthasar Neumann (1687 – 1753) geplanten und von Martin Knoller (1725 – 1804) ausgemalten Abteikirche wegen erheblicher Gefährdung ihrer Standsicherheit im Jahr 1966 habe der damalige Landrat des Ostalbkreises, Anton Huber, 1967 einen Förderverein ins Leben gerufen, dem u. a. Herzog Karl von Württemberg und die baden-württembergischen Ministerpräsidenten Kurt Georg Kiesinger und Hans Filbinger angehörten hätten. Huber selbst sei Gründungsvorsitzender gewesen. Mit seinen Verdiensten um die Abtei sei der ehemalige Staatssekretär und Landesminister für Bundesangelegenheiten Adalbert Seifriz geradezu zum „Schutzpatron von Neresheim“ geworden, so Bischof Fürst.

Nach Altlandrat Huber habe sich dessen Nachfolger Gustav Wabro, später Landtagsabgeordneter und als Staatssekretär Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund, für Erhalt und Instandsetzung des Klosters eingesetzt. Für seinen außergewöhnlichen Einsatz habe ihm der Förderverein die Auszeichnung eines Ehrenvorsitzenden verliehen, berichtete Bischof Fürst. Ihm konnte der Bischof ebenso im Namen der Diözese Rottenburg-Stuttgart persönlich danken wie seinen Nachfolgern im Amt das Landrats, Diethelm Winter und heute Klaus Pavel, die dem Kloster sehr zugetan und verbunden seien und es durch ihre Arbeit im Förderverein und als Landräte maßgeblich unterstützt hätten.

Über 1.000 Mitglieder zählt der Förderverein zum Erhalt der Klosteranlage Neresheim heute. Nach der Sanierung der Abteikirche war 1979 die von Johann Nepomuk Holzhay von 1792 bis 1798 erbaute Orgel in ihrem ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Es folgten die 1987 abgeschlossene Restaurierung der Prälatur und des Klosterhospizes, die zu einem Gäste- und Tagungshaus umgebaut wurden. Von 1988 bis 1991 entstand in der Klosteranlage die Jugendbegegnungsstätte „Martin-Knoller-Haus“. Seither wird an der Instandsetzung des Konventsgebäudes gearbeitet, in dem die Benediktiner leben. Noch vieles sei zu leisten, merkte Bischof Fürst in seinem Dank an alle Mitglieder des Fördervereins an.

Dem heute 13-köpfigen Benediktinerkonvent in Neresheim steht seit 1977 Abt Norbert Stoffels OSB vor. Anlässlich eines „besonderen Jubeljahrs“ konnte ihn Bischof Gebhard Fürst zu seinem 75. Geburtstag im Februar dieses Jahres ebenso beglückwünschen wie zum 50. Jahrestag seiner Priesterweihe im August.

Dr. Thomas Broch