Rom vor Augen, den oberschwäbischen Himmel im Herzen

Mit Bezug auf den Wahlspruch Kardinal Kaspers, „veritatem in caritate – die Wahrheit in Liebe tun“ betonte Bischof Fürst, dieser habe den Ruf in ein Amt von weltkirchlicher Verantwortung angenommen und trage einen unermesslich großen Anteil daran, dass die Kirche in Liebe aufgebaut werde. In fast unzählbaren Weltreisen sei der Ökumenebeauftragte des Papstes rastlos unterwegs gewesen, um Gespräche zu führen, Versöhnung zu suchen und die Einheit im Glauben voranzubringen. Manche sagten, so Bischof Fürst, Kasper habe in seiner Reisetätigkeit sogar noch Papst Johannes Paul II. übertroffen, der ihn im März 1999 zunächst zum Sekretär und im Februar 2001, verbunden mit der Erhebung in den Kardinalsrang, zum Präsidenten des Einheitsrats ernannt hatte.

Ökumene sei für Walter Kasper schon als Theologieprofessor in Münster und Tübingen „mehr als ein Anliegen neben anderen“ gewesen, sagte Bischof Fürst. Später habe er dann aus seiner pastoralen Erfahrung als Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart die notwendige ökumenische Leidenschaft in das Amt des Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen mitgenommen.

Mit Blick auf dessen süddeutsche Herkunft – Walter Kasper ist in Wangen im Allgäu aufgewachsen – wies Bischof Fürst darauf hin, die biographischen Quellen von dessen Religiosität und schwäbischer Mentalität lägen in der durch zahlreiche Kulturgüter und Zeitzeugnisse geprägten „Sakrallandschaft“ Oberschwaben. Er überreichte dem scheidenden Kardinal einen Bildband mit Deckenfresken oberschwäbischer Barockkirchen und verband damit den Wunsch, dieser möge, Rom vor Augen, den oberschwäbischen Himmel im Herzen behalten.