Rosen, Engel und guter Zuspruch

Bischof Gebhard Fürst folgt dieser seit über 20 Jahren gepflegten Tradition dieses Mal in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim, Weihbischof Johannes Kreidler hält im Ravensburger Gefängnis einen Weihnachtsgottesdienst, und Weihbischof Thomas Maria Renz feiert mit den Inhaftierten im Gefängnis Gotteszell bei Schwäbisch Gmünd.

In den 80er Jahren führte der damalige Weihbischof und spätere Rottenburger Bischof Georg Moser den bundesweit einmaligen weihnachtlichen Besuchsbrauch ein. Dazu gehören gemeinsame Gottesdienste mit den Gefangenen und in Stammheim Besuche an den Zellen bei jenen, die etwa aus Sicherheitsgründen nicht an der Feier teilnehmen dürfen. In Stammheim verteilt Bischof Fürst Rosen an die Insassen, in Ravensburg übergibt Weihbischof Kreidler kleine Engel aus Holz. Der Satz "Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mit gefangen" aus dem Hebräerbrief steht als Motto über der bischöflichen Besuchstradition.

Bischof Fürst betonte vor seinem Besuch, die Kirche müsse Gefangenen in deren Trauer und Ängsten beistehen und sie begleiten. Das Jesuskind in der Krippe sei ein Zeichen der Solidarität Gottes mit den Menschen. Gott setze gegen das Prinzip von Macht und Gewalt die unwiderstehliche Kraft der Liebe. Sie könne frei machen, zu einem neuen Leben aufzubrechen. Weihbischof Kreidler erinnerte an die niedere soziale Stellung der Hirten zu Jesu Zeit. In ihre Reihen hinein sei der Gottessohn geboren worden. Auch die Zuwendung Jesu später zu den am Rande Stehenden zeige, dass Gott die Menschen bedingungslos annehmen wolle. Diese Weihnachtsbotschaft sei eine Botschaft der Hoffnung schlechthin – auch für die Gefangenen in den Justizvollzugsanstalten Württembergs.