Rottenburg-Stuttgart als erstes Ordinariat als familienfreundlicher Betrieb ausgezeichnet

„Familienfreundlichkeit ist Zukunftssicherung“, sagte Wolfgang Clement anlässlich der Verleihung der Zertifikate im Auswärtigen Amt. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland und des drohenden Fachkräftemangels müssten die Unternehmen und Verwaltungen in Deutschland mehr dafür tun, dass gut ausgebildete Mitarbeiter/ -innen ihre Verpflichtungen in Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen können, so Clement weiter.

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt betonte die Relevanz der Familienfreundlichkeit für die Unternehmen. Mit der von ihr gegründeten „Allianz für die Familie“ möchte die Ministerin ihre Bemühungen für eine familienfreundliche Arbeitswelt weiter intensivieren, um Entscheidungsträger in Unternehmen noch stärker für Familienfreundlichkeit zu gewinnen.

Der Verleihung des Audit der Hertie-Stiftung an das Bischöfliche Ordinariat war nach der Verleihung des Grundzertifikats im Jahr 2002 ein Prozess mit Bestandsaufnahme, Zielfindung und Überprüfung der Nachhaltigkeit der bisher entwickelten familienfreundlichen Maßnahmen vorausgegangen. Einführung von variablen Arbeitszeit- und Arbeitsort-Modellen über die bereits bestehenden Teilzeitmodelle hinaus, Kontakthalteprogramme für Mitarbeiter/-innen in Elternzeit und Sonderurlaub zur Pflege von Angehörigen sind Maßnahmen, die es den Mitarbeiter/-innen des Ordinariats zu ermöglichen, die Belange von Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Bei Möglichkeiten der Kinderbetreuung kann das Bischöfliche Ordinariat auf bereits bestehende kirchliche Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen zurückgreifen. Ein weiterer Schritt ist nun die Vernetzung mit regionalen und kommunalen Initiativen, wie dem „Lokalen Bündnis für Familie“, das in Rottenburg von der Kolpingfamilie initiiert wurde.
Über diese Maßnahmen hinaus bietet das Ordinariat auch geldwerte Leistungen wie Gehaltsvorschüsse und Darlehen oder Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen von derzeit 27 Prozent zu erhöhen, hat das Ordinariat in diesem Jahr erstmals einen Führungskräfte-Kurs für Frauen durchgeführt.

Zusammen mit dem Bischöflichen Ordinariat erhalten weitere 115 Unternehmen und Institutionen aus dem gesamten Bundesgebiet das Zertifikat der Hertie-Stiftung für ihr Engagement um familienfreundliche Arbeitsbedingungen.

Zertifikate zum Audit Beruf & Familie wurden erstmals 1999 vergeben. Seit 2004 steht das Audit Beruf & Familie unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, sowie des Bundesministers für Arbeit, Wolfgang Clement. Inzwischen haben mehr als 160 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen mit rund 400.000 Beschäftigten das Audit durchlaufen. Dabei sind über 140 Ideen familienfreundlicher Maßnahmen entstanden.