Rückbesinnung auf die Caritas kann die Kirche erneuern

Dies hat Bischof Gebhard Fürst am Sonntag beim Festgottesdienst im neuen Mutter-Kind-Zentrum im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim betont, das nach nur 20-monatiger Bauzeit am Sonntag, 8. Mai, eingeweiht wurde.

Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, das sich seit dem 1. April 2006 in Trägerschaft des Caritasverbands der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Barmherzigen Brüder Trier und der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal befindet, bietet in dem neuen Mutter-Kind-Zentrum eine integrierte medizinische Versorgung für Gebärende und Neugeborene sowie für kranke Kinder und Jugendliche an. Es vereinigt unter seinem Dach künftig die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und die Klinik für Gynäkologie mit dem Brustzentrum Tauber-Franken, der Geburtshilfe und den Kreißsälen. Es hält neben den Bettenplätzen für Erwachsene in der Klinik 14 Betten für Kinder in der Normalpflege, 11 Intensivplätze und vier Isolierzimmer bereit.

Bei der Frage nach der Existenzberechtigung kirchlicher Einrichtungen richte sich der Blick oft allzu schnell auf deren so genanntes Profil. Es gehe aber nicht darum, wie man sich von anderen unterscheide, sondern ob man entsprechend seiner Wesensbestimmung tätig sei, sagte Bischof Fürst. Den drei katholischen Trägern des Caritas-Krankenhauses gehe es bei ihrem Engagement darum, aus ihrer besonderen Identität heraus zu handeln und Kirche zu sein. Sie übernähmen Verantwortung für das Leben in allen seinen Phasen: von der Begleitung Schwangerer über die kompetente Begleitung des Geburtsprozesses, über die Behandlung von Babys, Kindern und Jugendlichen bis hin zur palliativen Begleitung auch schwerstkranker Kinder und Erwachsener.

Er wünsche sich, so der Bischof, dass das Caritas-Krankenhaus mit seinem neuen Mutter-Kind-Zentrum nicht nur als professioneller und spezialisierter Dienst, sondern auch als Teil des Lebens- und Tätigkeitsraums christlicher Gemeinde verstanden und erlebt werde, zu der praktizierte Caritas untrennbar gehöre.

Dr. Thomas Broch