Rückblick auf eine bewegte Zeit

Auf fünf Jahrzehnte als Priester können sie zurückblicken. Ihre Priesterweihe durch den damaligen Rottenburger Bischof Carl Joseph Leiprecht war am 22. März 1958 in Rottenburg bzw. am 23. März 1958 in Ulm. Auch einige Geistliche, die 1958 in anderen Diözesen geweiht worden waren und später in der württembergischen Diözese ihren Dienst verrichtet hatten, waren unter den Jubilaren. Insgesamt leben noch 33 Priester dieses Weihejahrgangs.

In einem gemeinsamen Gottesdienst dankte Bischof Fürst den Jubilaren dafür, dass sie 50 Jahre „ihrem Dienst und ihrer Berufung treu geblieben“ seien. Dieser Dank gelte auch im Namen seiner Vorgänger Carl Joseph Leiprecht, Georg Moser und Walter Kasper sowie der ganzen Diözese, „die Ihre, die unsere Heimat ist“.

Das zurückliegende halbe Jahrhundert sei „fürwahr eine bewegte Zeit“ gewesen, betonte der Bischof und erinnerte die Geistlichen daran, dass zu Beginn ihrer Tätigkeit „der unvergessene Johannes XXIII.“ Papst war. „Es sollte ein großer begeisterter Aufbruch folgen, als der Papst im Januar 1959 die Einberufung eines neuen Ökumenischen Konzils bekannt gab“, betonte Bischof Fürst. Das Konzil habe mit einem erneuerten Kirchenverständnis das „Fenster auf zur Welt“ gestoßen. Liturgiereform, Veränderungen im Priesterbild, die Mitwirkung der Laien in den Gremien und Diensten der Kirche, neue Methoden und neuer Stil der Leitung: Dies alles, zusammengefasst unter dem Leitgedanken des „aggiornamento“, habe die Zeit ihres Priesterberufs geprägt, „die Ihnen viel abverlangte und uns allen bis heute viel abverlangt“. Die Berufung des Anfangs habe sich im Leben der Jubilare ausgewirkt „und in immer neuen Berufungen entfaltet“, sagte der Bischof. Erst im Laufe eines Lebens werde die Tragweite bewusst, die in der Entscheidung bei der Priesterweihe liege.