Schenken und Sinn finden

Stuttgart. 8. Oktober 2010. Das Engagement von Stifterinnen und Stiftern im Raum der Kirche hat Bischof Fürst dankbar gewürdigt. Sie leisten mit ihrer Großzügigkeit wichtige Beiträge zum Wohl von Menschen und deren Zusammenleben, wie der Bischof am Freitag in Stuttgart bei einem Treffen mit Verantwortlichen von kirchlichen Förderstiftungen betonte. Der finanziell klamme Staat ziehe sich im sozialen Bereich teilweise zurück. Ein Zeichen der Hoffnung sei, dass immer mehr Erben sich nicht damit zufrieden gäben, ihr Vermögen zu vergeuden oder zuzuschauen, wie sich ihr Geld sinnlos vermehrt. „Sie suchen nach Wegen, um stiften zu gehen“, sagte Bischof Fürst.

Noch nie seien die Menschen in Deutschland so begütert gewesen wie heute und hätten über so viel vererbbares Vermögen verfügt, unterstrich der Bischof. Andererseits wachse die Kluft zwischen Vermögenden und jenen, die nur schwer ihre Existenz sichern könnten wie Arbeitslose, Rentner, chronisch Kranke oder Pflegebedürftige. Hinzu komme, dass auch kirchlich-karitative Einrichtungen durch ökonomischen Druck und Konkurrenz anderer Träger Problemen hätten. Durch eine „stifterorientierte Stifterpolitik“, so der Bischof, würden die Kirchen bei vermögenden Menschen glaubwürdig. „Der von den Kirchen vermittelte Glaube erhält mit jeder gegründeten Stiftung eine neue besondere Würde.“

Uwe Renz