Schmerzlicher Anstieg

Rottenburg.18. Juli 2013. Die Diözesen in Deutschland haben die Jahresstatistik für das Jahr 2013 vorgelegt. In der Sammelstatistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zeigt sich bundesweit ein deutlicher Anstieg der Kirchenaustritte gegenüber dem Vorjahr. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart stieg diese Zahl von 10.000 auf 14.600. Als eine wichtige Ursache für den Anstieg sieht der Rottenburger Generalvikar Clemens Stroppel unter anderem die Vorgänge im Bistum Limburg um das Bauprojekt auf dem dortigen Domberg.

Auch die Abweisung eines Vergewaltigungsopfers durch zwei katholische Krankenhäuser in Köln Ende 2012 hat sich Stroppel zufolge negativ auf die Austrittszahlen von 2013 ausgewirkt. Als bedauerlich empfindet der Generalvikar zudem, dass es offenbar nicht gelungen sei, den Ende 2013 erstmals gemeldeten automatisierten Einzug von Kirchensteuer auf Kapitalertragssteuer als ledigliche Verfahrensänderung zu vermitteln. „Neu sei zwar das Verfahren, an der Kirchensteuer aber hat sich nichts geändert.“ Stroppel weist darauf hin, dass weiterhin nur relativ wenige Katholiken zur Zahlung von Kirchensteuer auf Kapitalertragssteuer verpflichtet seien. Auch die Sparerfreibeträge blieben selbstverständlich unverändert.

Die Zahl der Katholiken in Deutschland beträgt laut Bundesstatistik rund 24,2 Millionen, was rund 30 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Nach der Statistik zählte die Diözese Rottenburg-Stuttgart Ende 2013 rund 1,87 Millionen Mitglieder in 1.037 Pfarreien; im Vorjahr waren es 1,88 Millionen Katholiken. Eingetreten oder wieder eingetreten sind im vergangenen Jahr gerundet 750 Personen, im Jahr davor waren es 720. Die Zahl der Taufen sank von 13.170 auf 12.700; die der Erstkommunionen von 16.220 auf 15.680. Als Gottesdienstbesucher gezählt wurden im vergangenen Jahr 184.120 Personen, im Jahr davor 201.440. Die Zahl der angebotenen Sonntagsgottesdienste wird mit 1.750 angegeben (2012: 1.800). Katholisch getraut haben sich 2013 in Württemberg rund 3.250 Paare, im Jahr davor waren es 50 mehr.

Uwe Renz


Statistische Daten des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz