„Schule soll Vorurteile abbauen helfen“

Dies erfordere ein Kennenlernen jeweils anderer Kulturen und Werte, betonte die im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart für Schulen und Religionsunterricht zuständige Hauptabteilungsleiterin am Freitag in Stuttgart auf der Bildungsmesse „didacta“. Fremdheit dagegen führe zu Vorurteilen, die sich nach und nach verfestigen können. Seeligers Vortrag stand unter dem Titel „Alles gleich gültig? Vom Bekenntnis in der Schule“.

Mit der Kenntnis des jeweils anderen müsse ein Wertekanon für das gemeinsame Leben verbunden sein, so Seeliger. „Diese Werte müssen sich an der Kultur des Gastlandes orientieren.“ Damit würden „implizit christliche Werte“ gelten, betonte die Ordinariatsrätin. Sie mahnte, an christlichen Werten wie Menschenwürde, Gleichberechtigung von Mann und Frau oder Religionsfreiheit erhobene Rechte und Pflichten in Schul- und Klassenregeln festzulegen. Diese mindere die Gefahr verunsichernder Fremdheitserfahrungen.

Für manches Kind ist es nach den Worten Seeligers vor dem Hintergrund anderer religiöser und kultureller Wertvorstellungen erhellend zu erfahren, "dass Mädchen und Jungen gleich wichtig sind, weil Gott die Menschen als Mann und Frau nach seinem Ebenbild geschaffen hat.“ Die Ordinariatsrätin forderte die Lehrer auf, sich klar zu diesen Werten zu bekennen „und sich nichts abhandeln zu lassen“. Speziell Religionslehrer seien gut erkennbare Vertreter von christlichen Lebensmodellen. Damit forderten sie Schüler heraus, für sich einen eigenen Standpunkt zu finden.