Schutz und Geborgenheit bieten

Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst hat an Weihnachten zur Hilfe für Flüchtlinge und heimatlose Menschen aufgerufen. Das Weihnachtsfest mahne zu solcher Solidarität, betonte der Bischof am ersten Weihnachtsfeiertag (Mittwoch) in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard. Gott sei Mensch geworden und habe in Christus seinen Heilsweg für die Menschen als Kind von Eltern auf der Flucht eröffnet. „Durch diese Heil stiftende Initiative sind Christen in besonderer Weise zu Nächstenliebe und mitmenschlicher Solidarität verpflichtet“.

Bischof Fürst erinnerte daran, dass Gott nach dem Zeugnis des Evangeliums sich arm und schutzlos den Menschen ausgeliefert habe. „Der Messias hielt nicht auf dem roten Teppich bei den Reichen und Mächtigen Einzug, sondern lag auf Stroh in der Futterkrippe im Stall von Bethlehem.“ Nachfolge Christi heiße, die Menschwerdung Gottes um unseres Heiles Willen zu verinnerlichen und konsequent nach ihr zu handeln. Weltweit seien unzählige Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Hunger; sie suchten auch in Deutschland Schutz und Geborgenheit. „Wenn wir diesen Frauen, Männern und Kindern Heimat und Herberge bieten, dann handeln wir nach Gottes Willen.“ Gott selbst habe sich in Christus den Menschen geschenkt bis in deren tiefste Verlorenheit hinein.

Der Bischof dankte allen Menschen, die Flüchtlinge beherbergen und diese in einer für sie fremden Umgebung begleiten. „Sie geben mit ihrem Engagement ein überzeugendes Vorbild der Nachfolge Christi.“ Ihr Beispiel lasse glaubwürdig aufleuchten, dass Gott auch heute heilvoll dort wirke, wo Menschen in ihrer Existenz gefährdet sind.