Schwangerschaftsberatung vor Pränataldiagnostik

Eine solche Beratung solle die Eigenkräfte der Eltern stärken sowie die Konfliktsituation bewältigen helfen, unterstrich Stetter-Karp. Den Müttern und Vätern müsse die Gewissheit vermittelt werden können, „dass Kindern mit einer schweren Behinderung ein Lebensweg außerhalb ihrer Familien eröffnet werden kann, wenn sich deren Eltern nicht in der Lage sehen, ihr Kind nach der Geburt selbst anzunehmen und zu versorgen“. Die für die Caritas in der Diözese zuständige Ordinariatsrätin wies darauf hin, dass derzeit in Deutschland neun von zehn Föten mit Down-Syndrom abgetrieben werden. Zudem rechneten Humangenetiker bald mit einer neuen und leicht anwendbaren Diagnostikmethode, so dass die Zahl der Abtreibungen von Menschen mit Behinderungen möglicherweise weiter steigen werde.

Stetter-Karp begrüßte die Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, für schwangere Frauen ein verbessertes und eng mit der ärztlichen Beratung verzahntes psychosoziales Beratungsangebot vor und nach der Pränataldiagnostik bereitzustellen. Die Diözese unterstütze diese Pläne. So werden sich der Ordinariatsrätin zufolge der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Sozialdienst Katholischer Frauen mit zwei Beratungsstellen in Balingen und Ludwigsburg am Modellprojekt des Landes beteiligen.