Seelsorger auf Augenhöhe mit den Menschen der modernen Großstadt

Der bisherige Pfarrer der Stuttgarter Gemeinden St. Elisabeth und St. Clemens und Leiter der Seelsorgeeinheit 4 war von Bischof Gebhard Fürst zum Dompfarrer an der Stuttgarter Konkathedrale ernannt worden und wurde am Sonntag, 23. Oktober, durch den Generalvikar in einem feierlichen Investitur-Gottesdienst in St. Eberhard in sein neues Amt eingeführt. Bereits seit April 2011 war der promovierte Theologe zum kommissarischen Stadtdekan von Stuttgart ernannt worden, am 6. Juli wählte ihn die Wahlversammlung des Katholischen Stadtdekanats Stuttgart zum neuen Stadtdekan. Er tritt in diesen Ämtern die Nachfolge von Prälat Michael H. F. Brock an, der in den Vorstand der Stiftung Liebenau wechselte.

Generalvikar Stroppel beglückwünschte die Katholiken der Stuttgarter Dompfarrei und des Stadtdekanats zu dieser Ernennung. Hermes verstehe es, den Glauben in einer Sprache zu vermitteln, die dem Lebensgefühl und den Lebenserfahrungen moderner Menschen entspreche. Er beweise Führungsstärke und weiche auch kritischen Fragen nicht aus, betonte Stroppel.

Er verstehe seine Aufgabe nicht darin, leere Kirche wieder zu füllen und die Menschen anzulocken, betonte Christian Hermes in seiner Predigt. Es sei ein Missverständnis, wenn man glaube, durch ein neues Marketingkonzept und aufsehenerregende Aktionen „positive Umsätze“ erzielen zu sollen. „Wer den Glauben so vertreibt, vertreibt die Menschen und ihren Glauben gleich mit“, sagte Hermes. Bevor man irgendetwas anbiete, gehe es darum, sich selbst anzubieten.und die Menschen durch die eigene Person und den eigenen Glauben erfahren zu lassen, dass sie von Gott angenommen sind. Gott und den Nächsten zu lieben, sei der Artikel 1 des Glaubens. Christsein bedeute, „in einer guten, achtsamen, wahrhaftigen und lebensförderlichen Beziehung zu leben mit Gott, mit anderen Menschen und mit sich selbst“, betonte der neue Pfarrer von St. Eberhard.

Dr. Thomas Broch