Seelsorger mit ausgewiesener kirchenrechtlicher Kompetenz

Pfarrer Neudecker ist bisher Vizeoffizial, d. h. stellvertretender Leiter des Kirchengerichts (Offizialat) der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Außerdem wirkt er in der Gemeindeseelsorge der Rottenburger Seelsorgeeinheit 1b „Dom“ mit und ist Inhaber der so genannten Dompräbende (Kaplanei) St. Johannes Baptist am Rottenburger Dom. Die Seelsorge an den Menschen wird nun wieder sein eindeutiger Schwerpunkt sein.

Gerhard Neudecker wurde im Juli 1963 in Balingen geboren, wo er 1982 das Abitur ablegte. In den Jahren 1982/1983 besuchte er das Collegium Ambrosianum, wo er die für das Theologiestudium erforderlichen Sprachen Latein und Griechisch erlernte. Von 1983 bis 1988 studierte er in Tübingen Katholische Theologie, unterbrochen durch ein einjähriges Auswärtsstudium in Würzburg.

Im Dezember 1988 wurde Gerhard Neudecker im Rottenburger Dom zum Diakon geweiht und erwarb erste Erfahrungen als Seelsorger im anschließenden Diakonatsjahr in Wasseralfingen. Bischof Walter Kasper weihte ihn im Juni 1990 in der Weingartener St.-Martins-Basilika zum Priester. Während der vierjährigen Ausbildungszeit als Vikar war er im oberschwäbischen Riedlingen tätig. 1994 wurde ihm dort die Pfarrei St. Georg verliehen, die er bis 2003 innehatte, außerdem wurde er zum Pfarradministrator von St. Petrus und Paulus im benachbarten Neufra ernannt. Im Laufe dieser Jahre kamen weitere Aufgaben dazu: Ab 2000 war er zusätzlich Pfarradministrator in Altheim und in Heiligkreuztal; 2001 wurde ihm die Administration der ebenfalls im Umkreis von Riedlingen gelegenen Pfarreien Grüningen, Daugendorf, Zell und Zwiefaltendorf übertragen, zugleich wurde er Vorsitzender der neu gebildeten Seelsorgeeinheit „Riedlingen“.

Eine Zäsur in Neudeckers beruflicher Laufbahn brachte das Jahr 2003, als ihn Bischof Gebhard Fürst für das Aufbaustudium „Lizentiat im Kanonischen Recht“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster freistellte, das er 2005 abschloss. Seit 2005 bekleidet er die Stellen am Bischöflichen Offizialat und am Rottenburger Dom.

Im Jahr 2006 setzte Gerhard Neudecker seine wissenschaftliche Laufbahn fort, indem er an der Tübinger Katholisch-Theologischen Fakultät die Arbeit an einer Dissertation aufnahm zu dem Thema „Ius sequitur vitam. Der Dienst der Kirchengerichte an der Lebendigkeit des Rechts“ – eine Arbeit, die sich zugleich als „Beitrag zur Vergleichung des kanonischen und des staatlichen Rechtssystems“ versteht.

Pfarrer Neudecker tritt seine neue Stelle in Reutlingen voraussichtlich im Januar 2012 an.