Seidener Rosenregen im Klangraum Basilika

Ein Höhepunkt der Nacht war ein von Chorklängen begleiteter Regen aus Seidenrosen aus der Kuppel der Basilika sowie eine Chorimprovisation mit den über 2.000 in der Kirche der Benediktinerabtei versammelten Stimmen. Der Diözesankirchenmusiktag findet nur alle zehn Jahre statt.

Kirchenmusik sei starkes Ausdrucksmittel der Verkündigung, dessen sich die Gläubigen als missionarische Kirche im Volk bedienen könnten, sagte Bischof Gebhard Fürst beim Musiktag. In seiner Predigt hob er hervor, dass vielen Menschen heute die Aufnahmefähigkeit für die Wahrheit des christlichen Glaubens verschlossen sei. Der Kirchenmusiktag könne Impulse dazu geben, "das wirkliche Hören auf das Leben selbst, das erschienen ist, zu lernen".

Der Diözesanmusiktag hat laut Diözesanmusikdirektor Walter Hirt die Aufgabe, die Chorsängerinnen und –sänger in ihrem Engagement zu ermutigen, den Austausch untereinander zu fördern und Zukunft weisende Entwicklungen aufzuzeigen. Die Situation der Kirchenchöre sei so unterschiedlich wie die der einzelnen Gemeinden, betonte Hirt. Er beklagte eine Überalterung in vielen der rund 630 Kirchenchöre in der Diözese und ein Schwinden der Mitgliederzahlen. Hoffnung liege auf den Kinder- und Jugendchören, die in den letzten Jahren verstärkt entständen. Chancen der musikalischen Kooperation in größeren Verbünden biete zudem aktuell die Bildung von Seelsorgeeinheiten auf Dekanatsebene.

Besonders betont wurde auf dem Diözesankirchenmusiktag 2007, dass Musik die Liturgie der Kirche nicht lediglich verschönere, sondern sie selbst Liturgie sei. Hirt und der für Kirchenmusik zuständige Weihbischof Johannes Kreidler bescheinigten den Chören trotz mancher Defizite große Vitalität und Begeisterung. Kreidler mahnte die Gemeinden, dass sie nicht einfach aus Spargründen den Rotstift an der Kirchenmusik ansetzen dürften. Kirchenmusik gehöre als klangvolles Mittel der Verkündigung zum Grundauftrag der Kirche.

Zum Zeichen dafür, dass die Sängerinnen und Sänger in der Diözese im Verbund miteinander stehen und gemeinsam ihrer christlichen Berufung folgen, konnten alle katholischen Kirchenchöre in Württemberg die im Weingartener Abschlussgottesdienst verwendeten Noten anfordern. Die Sängerinnen und Sänger wurden ermuntert, zeitgleich mit den Aufführenden in der Basilika am Samstag ihre Gottesdienste vor Ort mit den Gesängen zu gestalten.