Seismograf zur Lage der Familien

Erschwerend konzentrierten sich bei Alleinerziehenden alle Anforderungen auf eine Person, betonte die Familienexpertin Johanna Rosner-Mezler von der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Montag in Stuttgart. Dort trifft sich von Dienstag bis Donnerstag die vor 30 Jahren gegründete Bundeskonferenz Alleinerziehenden-Seelsorge, in der rund 25 katholische Referentinnen zusammengeschlossen sind. Es referiert unter anderen die Soziologin Gudrun Cyprian von der Uni Bamberg über "Alleinerziehende - von der Risikogruppe zu den Hätschelkindern der Nation?"

Rosner-Mezler, Mitglied im Bundesvorstand der Alleinerziehendenseelsorge, betonte, dass allein Erziehen keine Mangelform von Familie sei, sondern bei aller Besonderheit eine Form von Familie wie andere auch. Grundsätzlich hätten Kinder aus Alleinerziehenden-Familien keine schlechteren Entwicklungschancen als Kinder aus Elternfamilien. Vor allem gleich nach einer Trennung haben Alleinerziehende Rosner-Mezler zufolge besondere Hilfe und Unterstützung nötig. Der großen Mehrheit gelinge es, nach einiger Zeit ihre Lebenssituation gut zu meistern. In Baden-Württemberg gibt es seit etwa drei Jahren ein Netzwerk Alleinerziehenden-Arbeit, in dem sich die beiden großen Kirchen im Land und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) in Kooperation mit dem Landesfamilienrat zusammengeschlossen haben.

Hinweis: Bundeskonferenz Alleinerziehenden-Seelsorge www.alleine-erziehen.de. Mehr Informationen bei Johanna Rosner-Mezler, Telefon (0175) 660 70 61 (nur Dienstag und Donnerstag) oder (0711) 97 91-230 (Sekretariat)

Uwe Renz