Seit 70 Jahren ein Tag nur für Männer

Rottenburg/Untermarchtal. 6. Oktober 2015. Unter dem Leitwort „Und willst Du nicht mein Bruder sein …?“ findet der traditionelle Männertag der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum 70. Mal statt. Das Männertreffen geht auf Bischof Joannes Baptista Sproll zurück. Er bat 1945 seine Pfarrer, Männergemeinschaften zu gründen. Es sei enorm wichtig, die Männer nach dem Krieg zu bilden, damit sie Ihre Aufgaben in Gesellschaft, Familie und Kirche „als kernige Christen“ anpacken könnten, sagte Sproll damals.

Das Jubiläum am Wochenende (10./11. Oktober) im Kloster Untermarchtal steht im Zeichen der drei monotheistischen Religionen. Judentum, Christentum und Islam verdanken ihre heiligen Schriften und ihre religiöse Systematik Männern. Zentrale Fragestellung: Wieviel reife und wieviel unreife Glaubenslehre sind darin zu finden? Mit erwachsener Männerspiritualität befasst sich der Psychologe, Theologe und Psychoanalytiker Dieter Funke aus Düsseldorf.

Bis zu 300 Männer kamen in den Anfangsjahren nach Untermarchtal, um Bischof Sproll selbst zu erleben. In den siebziger Jahren wurde der Männertag zu einem Forum, das sich mit den Folgen der Emanzipationsbewegung der Frauen auseinandersetzte. In den vergangenen zwei Jahrzehnten spielten die deutschen Männerstudien von 1998 und 2008, von der Katholischen und Evangelischen Männerarbeit herausgegeben, eine zentrale Rolle.