Seit 75 Jahren Sießener Franziskanerinnen in Südafrika

Wie auch bei früheren Pastoralreisen wird Bischof Fürst Niederlassungen und Mitglieder von Ordensgemeinschaften besuchen, die in seiner Diözese beheimatet sind, ebenso soziale und pastorale Projekte, die durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart finanziell unterstützt werden. Unter anderem stehen folgende Stationen auf dem Besuchsprogramm:

Rund um Johannesburg: Bildungsstätten und Orte sozialen Elends

Erste Station der Reise ist die Erzdiözese Johannesburg. Im St. Augustine College in Johannesburg, der 1999 eingeweihten ersten katholischen Universität im südlichen Afrika, wird Bischof Fürst eine Vorlesung vor Studierenden halten sowie den Ersten Spatenstich zu einem neuen Gebäude vornehmen. Gründerin und Rektorin dieser Hochschule ist die aus Rottenburg stammende, 1933 geborene Schönstätter Marienschwester Professor Edith Hildegard Raidt. Gemeinsam mit Buti Joseph Tlhagale, dem Erzbischof von Johannesburg, wird die Rottenburger Delegation auch Soweto und dort die Regina-Mundi-Kirche besuchen, im Sommer 1976 Schauplatz blutiger Unruhen; ebenso steht das Apartheid-Museum in Soweto auf dem Programm. Um soziale Probleme geht es auch in der „Orange-Farm“, einem südlich von Johannesburg gelegenen Elendsviertel, in dem von deutschen Dominikanerinnen geleiteten Waisenhaus „TLC Ministries“ für ausgesetzte oder verwaiste Säuglinge und Kleinkinder sowie im „Bienvenu Shelter“ für Flüchtlingsfrauen und deren Kinder aus den krisengeschüttelten Nachbarstaaten.

Diözese Kimberly und Stationen in der Kalahari-Wüste

P. Erwin Hecht, der aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart stammende Bischof von Kimberly, begleitet die Gruppe in der dortigen Diözese. Er wird mit den Rottenburger Gästen in Kimberly ein Hospiz besuchen, in dem unheilbar Kranke gepflegt werden, die in keinem Krankenhaus Aufnahme finden; ebenso Galeshewe, das Township von Kimberly. Die Franciscan Sisters der Fatima Mission in Galeshewe gehören der Provinz Südafrika der Franziskanerinnen im oberschwäbischen Kloster Sießen bei Saulgau an. In der ebenfalls von den Franziskanerinnen geleiteten St. Thomas Mission am Rande der Kalahari-Wüste werden u. a. pflegebedürftige alte Menschen betreut. Die Kirchen in Slough und Morokweng in der Kalahari-Wüste, beide mit Namen „St. Mary of the Kalahari“, wurden von den Rottenburger Bischöfen Georg Moser bzw. Walter Kasper geweiht. Am Sonntag, 13. Januar, wird Bischof Gebhard Fürst afrikanischen Jugendlichen in der Kresta Modisa Kirche in Makifeng die Firmung spenden. Dort gilt ein Besuch auch der von dem Ulmer Pater Karl Erich Meindl geleiteten St. Mary’s Mission, zu der u. a. das Tsibogang-Center, eine HIV-Beratungsstelle, gehört. Ebenfalls aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, aus dem oberschwäbischen Laupertshausen (Kreis Biberach), stammt P. Karl Ege, der im St. Paul’s Parish in Taung tätig ist. Diese Reisestation war 12 Jahre lang auch das Wirkungsfeld des Rottenburger Diözesanpriesters Hermann Benz.

Erzdiözese Bloemfontein: Mittelpunkt der Südafrika-Provinz der Sießener Franziskanerinnen

Erste Station in der Erzdiözese Bloemfontein ist Botshabelo, das 1979 unter der Apartheid-Regierung errichtete Township von Bloemfontein. Schwester Simone Zoller, die Generaloberin von Sießen, begleitet die Rottenburger Delegation zu den verschiedenen Stationen der Franziskanerinnen. Die Schwestern der Sießener Franziskanerinnen-Provinz Südafrika, mit denen Bischof Fürst und seine Begleiter im dortigen La Verna Convent, zusammenkommen, sind in ihrer Arbeit besonders mit Armut, Aids und der Einsamkeit alter Menschen konfrontiert, für die niemand sorgt. Ein Kindergarten der Station ist in Trägerschaft der Ordensprovinz. Die Pfarrei „Emmaus“, mit etwa 12.000 Katholiken die größte Pfarrei in Botshalebo, wird besonders durch Spendengelder aus der Kirchengemeinde in Allmendingen (Alb-Donau-Kreis) unterstützt.

Die Missionsstation Assisi nahe Bloemfontein ist als Provinzhaus das Zentrum der Franziskanerinnen-Provinz Südafrika. Auf eine 75-jährige Tätigkeit in Südafrika konnte die Sießener Kongregation im Oktober 2007 zurückblicken. 61 Ordensfrauen zählt die Provinz derzeit, davon sechs Schwestern aus dem Kloster Sießen selbst. Die Assisi Farm School, eine der ersten Initiativen der deutschen Schwestern, wird heute in sieben Klassen von rund 110 Schülern besucht. 90 Kinder aller Nationen und Hautfarben besuchen die 1960 eröffnete Kindertagesstätte St. Joseph in Assisi. Der Konvent “House of St. Francis” wurde im Jahr 2005 mit dem Auftrag eröffnet, für aidskranke Menschen zu sorgen. Ein Koordinationsbüro für HIV der Erzdiözese Bloemfontein ist dem Konvent angegliedert. Pfarrer Alois Ganserer, in dessen Pfarrei „Kriste Lesedi la Ditjhaba“ das House of St. Francis liegt, ist Priester der Diözese Bamberg und wird in seiner Seelsorgstätigkeit auch durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart finanziell unterstützt. Die Sießener Schwester Electa wird die Rottenburger Reisegruppe auf einem Rundgang durch ein Armenviertel von Bloemfontein und dort auch bei einem Hausbesuch begleiten.

Diözese Kroonstad: Spendenübergabe für einen neuen Kindergarten

Zur Diözese Kroonstad gehört Bothaville, wo in einem großen Armenviertel aus dem bislang provisorischen Kindergarten ein neuer Kindergarten entstehen soll. Bischof Fürst kann dort der Kindergartenschwester eine Spende überreichen, die die Katholiken in Obernheim (Kreis Balingen) aus Anlass des 500-jährigen Bestehens ihrer Pfarrei gesammelt haben. Auf dem Besuchsprogramm in der Diözese Kroonstad steht neben einer Begegnung mit dem Diözesanbischof Stephen Brislin außerdem die Besichtigung des „Thabiso Skills Development Center“, eines Aids-Hilfe-Zentrums der dortigen Diözese.

Am Morgen des 22. Januar wird Bischof Fürst mit seiner Begleitung in Rottenburg zurück erwartet.