Selbstverpflichtung zu gemeinsamen Handeln

Unterschrieben haben sie auf katholischer Seite Pfarrer Adolf Rager und Peter Rogale, der 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Für die Evangelische Kirchengemeinde trägt das Dokument die Unterschriften des kurz darauf verabschiedeten Pfarrers Ulrich Dreesmann und der gewählten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Gabriele Seyfang.

Diese Rahmenvereinbarung hat keinen kirchenrechtlich verbindlichen Charakter. Dennoch soll sie auf der Grundlage der 2003 auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin verabschiedeten „Charta Oecumenica“ für die Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden verbindliche Maßstäbe setzen. Die Verbindlichkeit besteht für die Partnergemeinden in der Selbstverpflichtung, diese Vereinbarung mit Leben zu erfüllen.

Der Geist, den das Dokument ausstrahlt, drückt sich etwa in den folgenden Sätzen aus: „Im ökumenischen Miteinander ist es wichtig, die geistlichen Gaben der verschiedenen christlichen Traditionen kennen zu lernen, sich davon bereichern zu lassen und so von einander zu lernen. … Wir wollen Selbstgenügsamkeit überwinden und mögliche Vorurteile beseitigen, die Begegnung miteinander suchen und füreinander da sein.“

In der Umsetzung dieser Programmatik wird die Ökumenische Partnerschaftsvereinbarung durchaus konkret. So geht es etwa darum, eine bereits bestehende Tradition gemeinsam gestalteter thematischer Gottesdienste weiter zu entwickeln und sich gegenseitig zu den Gottesdiensten bei Gemeindefesten einzuladen. Gegenseitige Information und Absprache sowie gemeinsames Handeln versichern sich die Partner gegenseitig, wenn es darum geht, als Kirchen in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit präsent zu sein, so zum Beispiel bei der Gestaltung von Gottesdiensten bei kommunalen Anlässen oder bei Vereinen, ebenso bei den Angeboten der Kindergärten oder im schulischen Religionsunterricht. Einen besonderen Akzent stellt die Seelsorge mit so genannten konfessionsverbindenden Ehen und Familien dar. Ökumenische Trauungen sollen den Paaren angeraten und nach Möglichkeit gemeinsam vorgenommen werden. Die Fortsetzung bereits bestehender ökumenischer Aktivitäten in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Erwachsenenbildung oder in der Gremienarbeit der Kirchengemeinderäte wird ausdrücklich bestätigt. Die Gemeindebriefe werden auch in der jeweils anderen Kirche ausgelegt.

Die ökumenische Partnerschaft in Korntal will auch für weitere christliche Gemeinden offen sein, so das Dokument. Vorraussetzung dafür ist, dass diese Mitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) sind oder mit dieser zusammenarbeiten.

Nähere Informationen bei:
Katholische Kirchengemeinde Sankt Johannes Evangelist
Carl-Peters-Str. 7, 70825 Korntal
Tel. 0711 / 831653
E-Mail: pfarramt(at)kath-kirche-korntal.de

Dr. Thomas Broch