Seligsprechungsverfahren für Bischof Joannes Baptista Sproll wird in Rottenburg eröffnet

Bischof Sproll sei nach einer Äußerung des damaligen Münsteraner Bischofs und Kardinals Clemens August Graf von Galen derjenige unter den deutschen Bischöfen gewesen, der auf Grund seiner entschiedenen Gegnerschaft am meisten unter den Repressalien der Nationalsozialisten zu leiden gehabt habe, betonte Bischof Gebhard Fürst. Seit Beginn seiner Amtszeit sei es ihm ein Anliegen gewesen, dem Andenken seines mutigen Vorgängers eine stärkere Würdigung zukommen zu lassen. Anlässlich des 60. Todestags von Joannes Baptista Sproll hatte Bischof Fürst ihn als einen „großen Hirten unserer Diözese“ bezeichnet. Er sei bis heute ein beeindruckendes Vorbild darin, in einer Zeit, in der Werte zusammengebrochen und Unmoral zur Moral erklärt worden sei, Aufrichtigkeit und Anstand zu bewahren. Diese Haltung sei aus der Verbindlichkeit christlicher Grundüberzeugungen genährt worden, die durch nichts und niemand zur Disposition gestellten werden dürften, so Bischof Fürst. Von den noch lebenden Zeitzeugen und von vielen Gläubigen der späteren Generationen werde Sproll als „Bekennerbischof“ verehrt. Er sei glücklich darüber, dass jetzt – 62 Jahre nach Bischof Sprolls Tod - nach einer Reihe notwendiger und aufwendiger historischer Vorarbeiten das Seligsprechungsverfahren offiziell eröffnet werden könne.

Die Feier beginnt am Montag, 9. Mai 2011, um 16 mit einem Festgottesdienst, den Weihbischof Johannes Kreidler im Beisein von Bischof Gebhard Fürst feiert und in dem er auch die Predigt hält. Weihbischof Kreidler ist als so genannter „Actor“ für den Fortgang des Verfahrens federführend verantwortlich. Im Anschluss daran findet im Bischofshaus der Festakt statt, bei dem die Mitglieder des für das Verfahren vorgeschriebenen kirchlichen Gerichts durch Bischof Gebhard Fürst vorgestellt und durch den Justitiar der Diözese vereidigt werden. Berufen wird für die wissenschaftliche Überprüfung der Untersuchungen auch eine aus Historikern bestehende Expertenkommission.

Unter der Internetadresse www.drs.de wird ab sofort ein Video mit Zeitzeugen-Interviews veröffentlicht.

Dr. Thomas Broch