Sensibel sein für Hoffnungen und Sehnsüchte

Am Samstag ermunterte er die Pädagogen bei der Beauftragungsfeier auf der Comburg in Schwäbisch Hall, „hellhörig und sensibel für die Wünsche und Sehnsüchte, die Fragen und Nöte, die Ratlosigkeiten und Hoffnungen der jungen Menschen zu sein“. Zur pädagogischen Fähigkeit gehöre auch, es nicht allen recht machen „und jeder beliebigen Richtung nach dem Mund reden zu wollen“.

Junge Menschen würden sich nach Sinn, Orientierung und Gott sehen und glaubwürdige, engagierte Christen suchen, sagte der Bischof. Zu einer solchen Glaubwürdigkeit gehöre ein Übereinstimmen von Person und Botschaft. Religionslehrerinnen und –lehrer könnten im besten Sinne an einer missionarischen Kirche mitwirken.

Bischof Fürst wies darauf hin, dass auf vielen Gebieten Missionen erfüllt würden, in Forschung und Wissenschaft, in Geheimdiensten, der Politik oder in der Wirtschaft. „Aber hier, mitten in der Kirche, sprechen wir seltsam verstohlen und fast verschämt von Mission.“ Dies mag, so der Bischof, an dem durch die Geschichte der Kirche belasteten Begriff der Mission liegen. Für viele Menschen sei er eher mit Feuer und Schwert als mit der begeisternden Botschaft Jesu verbunden. Den Maßstab für Mission aber stelle Christus selbst dar. Eine negative Praxis zwanghafter Bekehrungsversuche könne sich jedenfalls nicht auf Jesus berufen, so Bischof Fürst.

Mit der Missio canonica erhielten die Pädagogen den Auftrag, katholischen Religionsunterricht zu erteilen. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart geben derzeit rund 6.500 Männer und Frauen katholischen Religionsunterricht; davon stehen 4.200 im staatlichen Schuldienst. Am 29. Juni wird Bischof Fürst in Bad Schussenried weiteren 89 Männern und Frauen die Missio verleihen.