Sensibilität, Transparenz, Schutz für Opfer und Hilfe für Täter

Der einstige Vikar ist jetzt Medienberichten zufolge vom Heilbronner Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Aus Gründen, die mit dem damaligen Vorfall nicht im Zusammenhang stehen, war er bereits 1996 suspendiert worden und ist 1997 aus dem Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgeschieden.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat Bischof Gebhard Fürst am 1. Oktober 2002 „Regularien“ für den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Geistliche und andere Mitarbeitende der Diözese in Kraft gesetzt, mit denen erreicht werden soll, dass Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger mit größter Sensibilität wahrgenommen und dass auf Anschuldigungen so rasch wie möglich reagiert werden kann. Dabei soll die Vorgehensweise bei der Aufklärung für die Öffentlichkeit transparent sein. Den Opfern soll verstärkter Schutz gewährleistet werden, aber auch den Tätern soll die erforderliche Hilfe, z. B. Therapiemaßnahmen, zukommen. Durch verbesserte Prävention soll sexueller Missbrauch minimiert werden.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart besteht die strikte Anweisung an alle Mitarbeitenden, über etwaige Fälle sexuellen Missbrauchs unverzüglich den Bischof bzw. eine verantwortliche Person der Diözesanleitung zu informieren, die die Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Zur Klärung solcher Vorkommnisse ist eine „Kommission sexueller Missbrauchs“ unter dem Vorsitz einer Person des öffentlichen Lebens eingesetzt worden, der leitende Verantwortliche der Hauptabteilungen Pastorales Personal sowie Personal/Verwaltung, ein Jurist bzw. eine Juristin des Bischöflichen Ordinariats, ein Diözesanrichter, eine vom Diözesanrat benannte Person, eine vom Priesterrat benannte Person sowie ein psychiatrischer Sachverständiger angehören. Gegebenenfalls können weitere Sachverstände hinzugezogen werden.