Sichtbare Erinnerung an unbeugsam christlichen Politiker

Rottenburg/Stuttgart. 18. November 2015. Der Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Clemens Stroppel, hat den von den Nationalsozialisten hingerichteten früheren württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz als christlich geprägten Verteidiger der Freiheit gewürdigt. Beim Baufest am Mittwoch in dem nach Bolz benannten Erweiterungsbau des Staatsministeriums in Stuttgart betonte Stroppel, der voraussichtlich Ende des Jahres fertig gestellte Neubau erinnere sichtbar an den „führenden Politiker unseres Landes, der für Rechtsstaatlichkeit steht in Zeiten staatlicher Rechtsbeugung, für menschliche Würde und Freiheit in Zeiten nationalsozialistischer Menschenverachtung“. Diese Haltung sei Vorbild bis heute.

Weitsichtig habe sich Bolz bereits 1933 gegen die NS-Ideologie gestellt, betonte Stroppel. Für den an der katholischen Soziallehre orientierten Zentrumspolitiker sei Politik nichts anderes als praktisch angewandte Religion gewesen. Dies drücke auch sein Wahlspruch aus: »Timor Domini Initium Sapientiae - Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit«. In dieser Haltung habe der in Rottenburg geborene und getaufte Bolz sich gegen Totalitarismus, Menschenverachtung und Machtvergötzung einsetzen können. „Danke, dass Eugen Bolz hier bleibend erinnert wird“, sagte der Rottenburger Generalvikar an Ministerpräsident Winfried Kretschmann gerichtet. Der Regierungschef hatte vorgeschlagen, den Neubau nach Bolz zu benennen.