„So kannten wir Kirche bisher nicht“

Stuttgart. 30. Oktober 2014: Dass Kirche tatsächlich glaubwürdig ist, wenn sie die Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort wahrnimmt, das hat Bischof Gebhard Fürst beim Besuch der Arbeiter am Fildertunnel im Bahnprojekt „Stuttgart 21“ erfahren. Diese bezeichneten den Einsatz der katholischen Betriebsseelsorge am Donnerstagmittag (30.10.) als „eine Kirche, die wir bisher nicht kannten“.

Das Bild von Kirche habe sich unter uns Mineuren (Facharbeiter für den Tunnelbau) komplett gewandelt, sagte Schichtleiter Christian Haider (52) aus Österreich. Mit dem Diakon und Betriebsseelsorger Peter Maile hätten sie einen Menschen an ihrer Seite, mit dem man über alles reden könne, der Vermittler zwischen allen Fronten sei und der so manches Mal Mut mache und tröste. „Dass die Kirche jemanden zu uns schickt, dass haben wir noch auf keiner Baustelle der Welt erlebt“, sagte Haider.

Bischof Gebhard Fürst zeigte sich dankbar für die Arbeit der Betriebsseelsorge: „Die Betriebsseelsorger sind das Ohr des Bischofs unter den Arbeitern. Durch sie erfahre ich Vieles, was ich sonst nie erfahren würde“. Das Konzept der „aufsuchenden Pastoral“ selektiere nicht zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern der Kirche. „Kirche ist für alle Menschen da, die uns bedürfen“, sagte Gebhard Fürst.

Im Rahmen seines jährlichen Besuches in einem der von den insgesamt neun diözesanen Betriebsseelsorgern begleiteten Firmen und Betrieben hat Bischof Gebhard Fürst in diesem Jahr die Baustelle „Fildertunnel“ des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ besucht.

Diakon Peter Maile (53) ist seit November 2012 als Betriebsseelsorger für die Begleitung der Ingenieure und Arbeiter auf den Baustellen des Projekts „Stuttgart 21“ zuständig. Träger dieser deutschlandweit einmaligen Stelle sind die Diözese Rottenburg-Stuttgart, das Stadtdekanat Stuttgart sowie das Dekanat Esslingen-Nürtingen.