Solidarität auch in schwierigen Zeiten

Rund 1,6 Millionen Katholiken waren in den 1.037 Kirchengemeinden der Diözese wahlberechtigt, weitere knapp 90.500 Katholiken anderer Muttersprache in den katholischen muttersprachlichen Gemeinden. Fast 12.000 Personen hatten für die Wahl in den Kirchengemeinderat kandidiert; bei den Kandidatinnen und Kandidaten für den Pastoralrat der muttersprachlichen Gemeinden beläuft sich die Zahl auf 1.138. Gewählt wurden insgesamt 9.641 Personen in den Kirchengemeinderat und 773 Personen in den Pastoralrat.

Mit über 395.400 Wählerinnen und Wählern lag die Wahlbeteiligung für den Kirchengemeinderat bei 24,6 Prozent, 0,7 Prozentpunkte weniger als 2005. Bei den Pastoralräten blieb bei über 15.300 Wählerinnen und Wählern die Quote mit 17 Prozent gegenüber 2005unverändert. Jeweils etwa zur Hälfte bestehen die Gremien in den Kirchengemeinden aus Frauen (50,76 Prozent) und Männern (49,24 Prozent). Es gibt sieben reine Frauen- und zwei reine Männergremien. Bei den Pastoralräten der muttersprachlichen Gemeinden ist das Geschlechterverhältnis ähnlich (Frauen: 52 Prozent, Männer: 48 Prozent). Das Durchschnittsalter der neu gewählten Kirchengemeinderäte liegt insgesamt bei 46,6 Jahren, dabei nehmen junge Erwachsene unter 27 Jahren einen Anteil von fünf Prozent ein. Wiedergewählt wurden knapp 60 Prozent der bisherigen Kirchengemeinderäte. Bei den Pastoralräten der Katholiken anderer Muttersprache liegt das Durchschnittsalter mit 43,5 Jahren etwas niedriger, der Anteil der jungen Erwachsenen ist mit knapp 7 Prozent etwas höher. 44 Prozent der bisherigen Pastoralräte wurden wiedergewählt.

16 Kirchengemeinden – weitgehend in den großen Städten - blieben unter einer Wahlbeteiligung von 10 Prozent, darunter eine Stuttgarter Großstadtgemeinde mit dem niedrigsten Quotienten von knapp 5,5 Prozent. Eine Wahlbeteiligung von über 70 Prozent können ebenfalls 16 Kirchengemeinden – ausschließlich im ländlichen Bereich – vorweisen. Den Spitzenwert mit 83,5 Prozent kann die Kirchengemeinde St. Cosmas und Damian in Unterwachingen im Dekanat Ehingen-Ulm (Alb-Donau-Kreis) für sich in Anspruch nehmen.

Nicht in allen Kirchengemeinden konnte gewählt werden, da die vorgeschriebene Kandidatenzahl nicht zu erreichen war. Dies ist in 31 Kirchengemeinden der Fall, in denen zunächst ein Vertretungsgremium bestellt wird. Die 492 Kirchengemeinden mit weniger als 1.200 Katholiken konnten eine Wahl ohne Bindung durchführen, d. h. der zu geringen Kandidatenliste konnten auf dem Wahlzettel weitere wählbare Personen frei hinzugefügt werden. 270 Kirchengemeinden haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

In einem über das Internet veröffentlichten Dankeswort an Kandidaten, Wähler und mit der Wahlorganisation Befassten sowie im Glückwunsch an die Gewählten betonte Bischof Gebhard angesichts der im Vergleich zu 2005 stabilen Ergebnisse seine Freude darüber, „dass auch in schwierigen und uns alle belastenden Zeiten bei einer großen Zahl von Katholiken in der Diözese die Identifikation und die Treue gegenüber unserer Kirche und mit ihrer Heimatgemeinde nicht geringer geworden sind“.

Dr. Thomas Broch