„Soziale Wirklichkeit wird verdrängt“

Seit zwei Jahren fordere die Diözese in Übereinstimmung mit der Erzdiözese Freiburg sowie den evangelischen Landeskirchen Württemberg und Baden vergeblich einen solchen Bericht. Das Argument der Regierung, diese Form der Erhebung produziere nur unnötiges Papier, ist laut Stetter-Karp unglaubwürdig.

„Einem Land, das sich kinderfreundlich nennt, sollte es nicht zu viel sein, sich um eine ordentliche Übersicht über die Situation der immer weiter auseinander fallenden Armuts- und Reichtumsentwicklung zu bemühen", sagte die Ordinariatsrätin. Ein Armuts- und Reichtumsbericht dürfe nicht in Schubladen verstauben, sondern müsse als Grundlage dienen für eine Analyse von Fehlentwicklungen und die Entwicklung sozialpolitischer Programme. Laut Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart leben in Baden-Württemberg rund 142.000 Kinder unter 15 Jahren von Hartz IV.