Notfallseelsorge

Spenden für Hilfe in der Not

Aktive der Notfallseelsorge im Landkreis Freudenstadt stehen mit ihren neuen Einsatzjacken vor dem Einsatzfahrzeug, das sie ebenfalls neu erhalten haben. Bild: DRK/Feinler

Die Aktiven der Notfallseelsorge freuen sich anlässlich der Übergabe im Autohaus Möhrle in Freudenstadt über ihre neuen Einsatzjacken und das neue Betreuungsfahrzeug. Bild: DRK/Feinler

Neues Fahrzeug gibt die Möglichkeit, Personen in einem geschützten Bereich zu betreuen.

Bei einer Spendenübergabe erhielt die Notfallseelsorge im Landkreis Freudenstadt einen symbolischen Scheck zum Kauf von Einsatzjacken. Zudem kam es bei dem Termin zur Übergabe eines Mercedes-Vito als neues Betreuungsfahrzeug.

Noch vor einem Jahr nicht denkbar

Wenn Notfallseelsorger und Mitarbeiter der Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) irgendwo in großer Zahl zusammenkommen, sei dieser Anlass in der Regel kein glücklicher Umstand, sagte Pfarrer Timo Stahl, Leiter der PSNV im Landkreis Freudenstadt, anlässlich der Spenden- und Fahrzeugübergabe. Heute sei aber das Gegenteil der Fall gewesen. Denn mit dieser Übergabe verbinde sich die Tatsache, dass PSNV-Kräfte künftig ihre Arbeit noch besser und sinnvoller ausüben könnten. "Was vor einem Jahr noch wünschenswert aber nicht denkbar war, wird nun wahr", sagte Stahl.

Einsatzjacken dringend notwendig

Im Rahmen einer Spendenaktion habe der Arbeitskreis Notfallseelsorge (ein Runder Tisch im Landkreis mit Vertretern von PSNV, Polizei, Feuerwehr und Landratsamt) gemeinsam mit dem katholischen Dekanat und ihrem Dekanatsgeschäftsführer Achim Wicker, Firmen und Institutionen gebeten, für die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger die dringend notwendige Einsatzkleidung zu finanzieren. Eine solche Funktionsjacke mit Beschriftung koste etwa 300 Euro. "Wir sind sehr froh und dankbar, dass sich Firmen und Organisationen gefunden haben, die einzelne oder auch mehrere dieser Einsatzjacken finanzieren. Namentlich genannt sind dies das Autohaus Möhrle aus Freudenstadt, die Firma Memminger-Iro aus Dornstetten und der Lions-Club Freudenstadt", sagte Stahl. Martin Bäppler, Präsident des Lions-Clubs Freudenstadt, übergab an dem Tag einen symbolischen Scheck über 6000 Euro.

Novum im Landkreis Freudenstadt

Als ein echtes Novum bezeichnete es Stahl, dass die Notfallseelsorge im Landkreis Freudenstadt ein Betreuungsfahrzeug erhält. Denn in den meisten Landkreisen gebe es ein solches Fahrzeug für die PSNV nicht. Dass gerade der Landkreis Freudenstadt ein solches Auto in Dienst nimmt, liege darin begründet, dass es in dem ländlichen Gebiet häufig außerhäusliche Einsätze gibt. Allein im vergangenen Jahr sei die PSNV von den Rettungsdiensten, der Feuerwehr oder Polizei mehrfach zu Verkehrsunfällen, Bränden oder sonstigen Unglücksfällen gerufen worden. "Von den über 60 Einsätzen im Jahr 2019 war mehr als jeder dritte Einsatz irgendwo im Freien. Die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger haben also vielfach am Straßenrand oder irgendwo in der Öffentlichkeit Angehörige, Betroffene und Ersthelfer zu betreuen, die der Witterung und vor allem auch den Blicken anderer schutzlos ausgeliefert sind." Das neue Fahrzeug gebe der PSNV nun die Möglichkeit, Personen in einem geschützten Rahmen zu betreuen. Das Fahrzeug besitze eine Sitzgruppe, getönte Scheiben und eine Standheizung. 

Hoffnung in dunkelster Nacht

Der Mercedes-Vito sei durch eine violette Beschriftung, der Einsatz- und Erkennungsfarbe der Notfallseelsorge, kenntlich gemacht. Wichtig sei den Verantwortlichen auch gewesen, dass sich ein gelber Streifen um das Fahrzeug zieht – quasi ein Lichtstreif in dunkelster Nacht. "Mit dieser Farbgebung wird der Sinn der Tätigkeit von Notfallseelsorgern sichtbar: Menschen, die in diesem Fahrzeug betreut werden, sollen in den vielleicht dunkelsten Stunden ihres Lebens durch die Betreuung einen Hoffnungsschimmer erkennen, der ihnen hilft, erste Schritte in ihrer nun vielleicht völlig neuen Situationen zu gehen. Der gelbe 'Lichtstreifen' will auch die Hoffnung in dunkelster Nacht, die der christliche Glaube schenkt, lebendig halten."

Kreisverwaltung übernimmt Fahrzeugunterhalt

Voraussetzung zur Anschaffung und Gebrauch sei die Klärung der Frage gewesen, wer das Fahrzeug finanziell und personell unterhält. Der Arbeitskreis Notfallseelsorge danke dem Landkreis Freudenstadt sehr herzlich, für die Zusage, das Fahrzeug als Fahrzeug des Landkreises Freudenstadt zu führen und damit zu unterhalten. Das Fahrzeug selbst sei vom Evangelische Kirchenbezirk Freudenstadt erworben worden und sei auch in dessen Besitz. Für den Kauf habe die Evangelische Landeskirche in Württemberg dem Landkreis Projektmittel zur Förderung der Notfallseelsorge zur Verfügung gestellt. Das Landespfarramt für Polizei und Notfallseelsorge habe hierzu den Landkreis Freudenstadt als „Leuchtturmprojekt der Notfallseelsorge“ 2019 ausgewählt.