Stabil bei Taufe, Erstkommunion und Trauung

Rottenburg. 21. Juli 2017. Die Diözesen in Deutschland haben die Jahresstatistik 2016 vorgelegt. In der Sammelstatistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zeigt sich bundesweit erneut ein Rückgang der Kirchenaustritte gegenüber dem Vorjahr. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart ging diese Zahl im Jahresvergleich von 14.840 auf 13.580 zurück. In der württembergischen Diözese leben derzeit rund 1,8 Millionen Katholiken.

Nach der Statistik zählte die Diözese Rottenburg-Stuttgart Ende 2016 rund 1,847 Millionen Mitglieder (2015: 1,857) in 1.028 Pfarreien. Eingetreten oder wieder eingetreten sind im vergangenen Jahr 580 Personen, im Jahr davor waren es 660. Die Zahl der Taufen stieg leicht von 13.308 auf 13.429; die der Erstkommunionen von 14.583 auf 14.788. Als Gottesdienstbesucher gezählt wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 174.709 Personen, im Jahr davor 176.395. Die Zahl der angebotenen Sonntagsgottesdienste wird mit 1.703 angegeben (2015: 1.720). Katholisch getraut haben sich 2016 in Württemberg 3.414 Paare, im Jahr davor waren es sechs mehr.

Die Zahl der Katholiken in Deutschland beträgt laut Bundesstatistik 23,6 Millionen (2015: 23,8), was 28,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Austritte im Vergleich zum Vorjahr gingen abermals zurück und liegen bei rund 160.000. Die Zahl der Bestattungen sank um über 10.000 gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit gestiegen ist die Zahl der Taufen, von 167.000 auf 171.000.
Der Sekretär der DBK, Pater Hans Langendörfer kommentierte zur Statistik: „Wir freuen uns, dass fast ein Drittel der Bevölkerung unseres Landes zur katholischen Kirche gehört.“ Viele Mitglieder seien aktiv in Pfarrgemeinden, Verbänden und sozial-caritativen Einrichtungen. „Für dieses Engagement sind wir dankbar“, sagte Langendörfer und erinnerte an die Flüchtlingshilfe im Jahr 2016. Gerade der Anstieg der Taufen zeige, dass es nicht nur Interesse an der Kirche gäbe, sondern „auch den lebendigen Wunsch, in dieser Kirche verankert zu sein“.

Langendörfer bedauerte dabei, dass auch im vergangenen Jahr die Austrittszahlen immer noch auf hohem Niveau lägen. Austritte zeigten „in jedem einzelnen Fall, dass die Weitergabe des kirchlichen Glaubens nicht vollständig gelungen ist“. Es gelte, den ausgetretenen Menschen nachzugehen, „um ihre Beweggründe zu verstehen und unser Handeln danach kritisch zu überprüfen, um es da – wo notwendig – auch neu auszurichten“. Die Kirche müsse mit den Realitäten leben. „Wir werden weniger, aber wir verlieren nicht unsere Aufgabe und unsere Anliegen.“ Die Kirche müsse ihren Auftrag wahrnehmen und „trotz manchmal stürmischer Zeiten das Evangelium mutig und freudig verkünden“.