Stabilität in unruhigen Zeiten

War der im Sommer erschienene erste Teil der „Zeit-Zeichen“ wichtigen Ereignissen und thematischen Entwicklungen im Jahr 2008 gewidmet gewesen, so stellt der zweite Teil die wirtschaftlichen Daten des vergangenen Haushaltsjahrs in den Mittelpunkt, ergänzt durch ausführliche statistische Angaben und durch die Darstellung der Entwicklungsperspektiven in den einzelnen Aufgabenbereichen der Diözese. Voraussetzung für die Veröffentlichung war der Beschluss des Diözesanrats als Kirchensteuervertretungsgremium zum Jahresabschluss 2008, der am Freitag, 27. November, im oberschwäbischen Kloster Reute getroffen worden ist.

Der Diözese Rottenburg-Stuttgart standen im Jahr 2008 insgesamt rund 523,5 Millionen Euro zur Verfügung. Diese „Brutto“-Kirchensteuer hatte sich 2008 gegenüber dem Vorjahr um rund 45,9 Millionen Euro bzw. 9,6 Prozent erhöht. Nach Abzug verschiedener überdiözesaner Zahlungsverpflichtungen und Vorwegausgaben für gemeinschaftliche Aufgaben von Diözese und Kirchengemeinden blieben rund 389 Millionen an „verteilbarem Aufkommen“ übrig, die in der Diözese Rottenburg-Stuttgart grundsätzlich je zur Hälfte, also im Jahr 2008 in einer Höhe von jeweils rund 194,5 Millionen Euro, für die Finanzierung der übergemeindlichen Aufgaben der Diözese sowie für die Pastoral der Kirchengemeinden eingesetzt werden.

Der Gesamtsumme der Einnahmen der Diözese (ohne die Kirchengemeinden), zu denen neben den Kirchensteuermitteln etwa auch Staatsleistungen oder personalbezogene Einnahmen zählen, belief sich 2008 auf rund 314,6 Millionen Euro. Dem standen Ausgaben von rund 297,4 Millionen Euro gegenüber, was zu einem Haushaltsplus von etwas über 17 Millionen Euro führte.

Im seinem Vorwort zum zweiten Teil des Jahresberichts 2008 weist Bischof Gebhard Fürst darauf hin, dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart „dank einer klugen, vorausschauenden und verantwortungsbewussten Verwaltung der Finanzen von den unmittelbaren Auswirkungen der Finanzkrise nicht betroffen“ sei. Auf die Zukunft sei sie durch ein angemessenes Risikomanagement gut vorbereitet. Die Finanzdirektor der Diözese, Dietmar Krauß, konnte dies vor dem Diözesanrat konkretisieren: Das Kirchensteueraufkommen für 2009 liege voraussichtlich insgesamt um rund 5,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahrs. Bei der Erstellung des Doppelhaushalts 2009/2010 bereits im Frühjahr 2008 seien in sehr gutem Einvernehmen im Finanzausschuss moderate und vorausschauende Planwerte beim Kirchensteueraufkommen angesetzt worden. Durch diese vorsichtige Planung sowie durch andere Vorsorgemaßnahmen könne der Kirchensteuerrückgang abgefedert werden. Auch seien die Finanzplanungen stets mit den bereits 2003 in Kraft gesetzten Prioritäten für die Pastoral der Diözese „rückgekoppelt“ gewesen, betonte der Finanzdirektor. Dies trage auf der Ausgabenseite sichtbare Früchte. Durch die Verbindung von inhaltlichen und finanziellen Zielsetzungen seien „in einer großen Gemeinschaftsleistung wegweisende Weichenstellungen getroffen“ worden, so Krauß. Für die Kirchengemeinden bedeute dies, dass sie auch in schwierigen Zeiten auf verlässlicher Grundlage planen können.

Mit rund 162,5 Millionen Euro machten die Personalausgaben einen Anteil von knapp 70 Prozent des Diözesanhaushalts aus. Von den 3.166 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über den Diözesanhaushalt vergütet werden, waren im vergangenen Jahr 1.641 Personen in pastoralen Berufen tätig, davon 702 Priester im aktiven Dienst und 325 pensionierte Priester. Gegenüber dem Vorjahr hatten sich diese Zahlen nur geringfügig verändert.

Um 14.240 Personen bzw. 0,73 Prozent rückläufig war nach Auskunft des Jahresberichts 2008 die Gesamtzahl der Katholiken, die im württembergischen Landesteil von Baden-Württemberg von 1.953.347 (2007) auf 1.939.107 (2008) Personen abnahm. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung von Baden-Württemberg nahmen die Katholiken der Diözese Rottenburg-Stuttgart damit einen Anteil von etwas über 18 Prozent ein. Gemeinsam mit der Erzdiözese Freiburg stellten die Katholiken im Jahr 2008 knapp 37 Prozent der Bevölkerung von Baden-Württemberg. Unter den Katholiken der Diözese Rottenburg-Stuttgart lebten 203.035 Personen mit anderer Nationalität und bildeten einen Anteil von knapp 10,5 Prozent.

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„Zeit-Zeichen. Das Jahr 2008 in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“, Teil 1, erschienen im Juli 2009

„Zeit-Zeichen. Das Jahr 2008 in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“, Teil 2: Wirtschaft und Finanzen, erschienen am 30. November 2009

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