Ständiger Diakonat als wichtiges Zeichen für Kirche und Welt

Der Schwerpunkt des Diakonenamts liege dort, wo sich das alltägliche Leben der Menschen abspiele, so Kreidler. Nach den Worten von Weihbischof Johannes Kreidler, sende der Dienst des Diakons eine Botschaft an die Kirche insgesamt: Die Ausrichtung auf das Leben der Menschen, auf die Welt habe Priorität gegenüber den „Selbstbeschäftigungen und Debatten im Binnenraum der Kirche. „Wenn die Kirche sich nur um sich selbst dreht, ist sie in der Gefahr, die Schreie der wirklich Armen und Bedürftigen zu überhören“, sagte der Weihbischof.

Kreidler erinnerte daran, dass Gott die Menschen in ihren Dienst rufe. Am Anfang des diakonischen Dienstes stehe die innere Haltung, in der man die Menschen sehe und zu ihnen gehe. Dies sei die Grundlage des diakonischen Dienstes. „Jeder, der im kirchlichen Dienst steht, ist nicht mehr als die anderen. Die anderen sind von Gott nur in eine andere Situation gestellt, mit einem anderen Charisma, einer anderen Gabe beschenkt.“
Der Ruf Gottes stelle den Menschen in Beziehung mit Jesus, so Kreidler: „Jesu Ruf in die Nachfolge ist nicht nur ein Ruf in die Arbeitsgemeinschaft mit Jesus Christus, sondern ein Ruf in die Lebensgemeinschaft mit ihm im Leib Christi.“

Neben ihrem Amt als Diakon werden neuen Diakone ihrem Zivilberuf weiter nachgehen. Einer der Geweihten wird das Amt des Diakons im Hauptberuf ausüben. Mit der Weihe erhöht sich die Zahl der Ständigen Diakone in der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf 253, davon 95 im Hauptberuf.

Geweiht wurden:
Wolfgang Bork aus Oberginsbach stammt gebürtig aus Ertingen-Binzwangen. Er ist Lehrer und will als Diakon „Gott und den Menschen dienen“, so sagt er. Er will Anwalt für die Nöte und Sorgen der Menschen heute sein. Seine Schwerpunkte sind Schulpastoral und Trauerseelsorge.

Der gebürtige Wiesbadener Wolfgang Doering ist Lehrer in Aalen und Bopfingen. Er will sich als Diakon für die Ausgestoßenen, die Armen und Randgruppen der Gesellschaft einsetzen.

Günter Duvivier stammt aus Köln. Er wird den diakonischen Seniorenkreis betreuen, die Jugendarbeit im Schuldienst und mit den Ministranten in seiner Gemeinde fortführen.

Günter Thilo Ege aus Weingarten wurde in Ravensburg geboren und ist gelernter Betriebswirt. Er arbeitet als Fahrlehrer und wird nach der Diakonenweihe seinen Schwerpunkt in der Seelsorge für Kranke und Arme haben. Er wird auch die liturgischen Dienste in der Gemeinde stärken.

Der gebürtige Ungar Stefan Feher aus Herrenberg arbeitete 12 Jahre lang als Informatiker, bis er Religionspädagogik in Freiburg studierte. Seit sieben Jahren ist er als Gemeindereferent tätig.

Klaus Friedrich, geboren in Konstanz, wohnt heute in Friedrichshafen. Er studierte katholische Theologie, machte eine Ausbildung zum Zimmermann und arbeitet heute als Gärtner. In der Seesorge möchte er die Fragen nach Gott wach halten.

Roland Hummler aus Reutlingen ist Einsatzleiter beim Deutschen Roten Kreuz und will sich als Diakon besonders für die Menschen am Rande der Gesellschaft einsetzen.

Andreas Reitzle aus Igersheim ist Leiter des Bischöflichen Internats „Maria Hilf“ in Bad Mergentheim. Er hatte schon seit Jahren mit Menschen mit Behinderungen, Alten und Kranken, aber auch mit Jugendlichen zu tun. Ihnen möchte er „Christus bezeugen“.

Der gebürtige Münsinger Rudolf Tress aus Eglingen ist Polizeihauptkommissar. Er ist in Sigmaringen unter anderem als Konfliktberater bei der Akademie der Polizei in Freiburg tätig. Er wird die Heimbewohner im Samariterstift in Grafeneck begleiten und Wortgottesdienste feiern.

Detlef Wächtersbach, geboren in Kassel, wohnt jetzt in Wimmental und machte Ausbildungen als Maurer und Sozialarbeiter. Er arbeitete als Jugendreferent und in der Caritas im Fachdienst „Sozialpädagogische Familienhilfe“. In seiner bisherigen Gemeinde hat vor allem das Kindergottesdienstteam aufgebaut und begleitet. In seiner neuen Gemeinden in Weinsberg-Wimmental will er gemäß seiner Ausbildung die Gemeinde bei der gottesdienstlichen Feier, der Verkündigung und dem Dienst am Nächsten unterstützen.