Stärken erkennen – Stärken nutzen

„Wer auf seine Stärken setzen will, muss erfahren, dass er Talente hat", sagte Diözesancaritasdirektor Monsignore Wolfgang Tripp in seinem Grußwort in der Akademie der Diözese in Stuttgart-Hohenheim. Tripp lobte die Initiative der Netzwerkstatt, da sie die Solidarität der Frauen untereinander fördere. "Das Netzwerk ist mehr als eine Philosophie oder Idee, sondern Basis und Vision für die Frauen, einen Weg miteinander zu gehen, sich auszutauschen und sich zu verbünden", so der Caritasdirektor.

Karl Schneiderhan, Vertreter der Stabsstelle Entwicklung des Bischöflichen Ordinariats, betonte die zunehmende Relevanz der Kompetenzen, die in außerberuflichen Feldern gewonnen werden, für die Personalentwicklung in der Diözese. Insbesondere soziale und persönlichkeitsbezogene Kompetenzen, die Frauen während ihrer Familienphase erwerben, seien ein Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Erfahrungen mit flexiblen Tätigkeiten und Arbeitszeiten sowie Teilzeitjobs, die die Diözese im Rahmen des Audits Familie und Beruf gewonnen hätte, bestätigten dies. Auch das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter/-innen finde in der Personalentwicklung des Ordinariats zunehmend Beachtung.

Das Thema "Kompetenzbilanz – Lebensgeschichte als Lerngeschichte" erläuterte Christine Nußhart von der Münchner Kifas gGmbH. Die Grundthese der Methode der "Kompetenzbilanz", die vom Deutschen Jugendinstitut und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Süddeutschland entwickelt wurde, sieht die persönliche Biografie als Basis für Kompetenzentwicklung, da die persönliche Lerngeschichte immer eng mit der individuellen Lebensgeschichte verbunden sei. Als wichtig erachtet Nußhart die Reflexion der eigenen Kompetenzen. Deshalb sammelt und gewichtet das Arbeitsinstrument "Lebensbilanz" gezielt Fähigkeiten, die in der Familienarbeit, im Ehrenamt oder in privaten Lebensbereichen erworben werden.

Diese im außerberuflichen Umfeld erworbenen Kompetenzen seien ein Gewinn für Arbeitgeber. Nußhart warnte allerdings davor, bei der Frage nach den Kompetenzen die fachliche Qualifikation außer Acht zu lassen. Qualifikation und Kompetenz bedingten sich gegenseitig, deshalb sei auf eine Balance der beiden Faktoren zu achten.

Das Diözesane Frauennetzwerktreffen, das alle anderthalb Jahre in der Akademie Hohenheim stattfindet, wird von den Gleichstellungsbeauftragten der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Bereich Personal des Diözesancaritasverbandes veranstaltet. Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto "Mensch schmeckt mein Kuchen gut! – Stärken kennen – Stärken nutzen."