Stärkere Integration der Priesterausbildung

Das Ambrosianum ist ein Vorseminar der Diözese Rottenburg-Stuttgart für geistliche Berufe, dessen Absolventen die für das Theologiestudium erforderlichen alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch erlernen. Bis 1983 bestand es als „Collegium Ambrosianum“ in Stuttgart-Sommerrain, seither gehört es unter einem gemeinsamen Dach mit dem Schülerhort, dem Studienheim und dem Konvikt zum Kolleg St. Josef in Ehingen.

Die Verlagerung des Ambrosianum nach Tübingen ist nach den Worten von Bischof Gebhard Fürst Bestandteil einer stärkeren Integration der Priesterausbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Diese findet im Theologischen Vorseminar Ambrosianum, im Theologenkonvikt Wilhelmsstift in Tübingen, an dessen Universität die Priesteramtskandidaten der Diözese in der Regel studieren, und im Rottenburger Priesterseminar statt. Die künftige räumliche Nähe des Ambrosianum zum Wilhelmsstift, zum Theologischen Mentorat und zur Universität in Tübingen trage zusätzlich zum Sprachstudium zu einer stärkeren Profilierung dieser Ausbildungsstätte als so genanntes Propädeutikum bei, sagte Bischof Fürst. Die vielfältigen lebensgeschichtlichen und beruflichen Voraussetzungen der Nachwuchstheologen machten es zunehmend erforderlich, die verschiedenen Phasen der Priesterausbildung zu integrieren und auf einander abzustimmen. Der Ausbau des theologischen Propädeutikum gehört nach Aussage des Bischofs zu den strategischen Schwerpunkten in der Weiterentwicklung der Priesterausbildung der Diözese. Trotz der stärkeren Konzentration auf die Priesteramtskandidaten können selbstverständlich auch Studierende, die sich auf einen anderen kirchlichen Dienst vorbereiten, am Ambrosianum teilnehmen und durch das Zusammenwirken von Wilhelmsstift und Theologischem Mentorat eine gute Begleitung erfahren.

„Die Verlagerung des Ambrosianum nach Tübingen bedeutet keine Schwächung des Internats-Standorts Ehingen“, betonte Bischof Fürst. Er sei mit der Qualität stets zufrieden gewesen, in der im Ambrosianum in Ehingen junge Menschen auf das Theologiestudium vorbereitet worden seien. Das dort verbleibende Kolleg St. Josef solle profiliert weiterentwickelt werden. Ziel sei es, das Kolleg St. Josef zu einer besonderen Bildungs- und Erziehungseinrichtung in der Region zu formen.