Standhaft in der Verbannung

Rottenburg/Munderkingen/Krumbad. 10. März 2014. In einem neuen Band über den Rottenburger Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll widmet sich der Pfarrer und promovierte Theologe Franz Xaver Schmid vor allem den viereinhalb Jahren der Verbannung Sprolls von 1941 bis 1945 im schwäbischen Heilbad Krumbad in der Diözese Augsburg. Für die im Kunstverlag Josef Fink erschienene 48-seitige Publikation „Zeuge Jesu Christi“ konnte der im oberschwäbischen Munderkingen lebende Schmid Quellen aus dem Archiv der Ordensfrauen von Krumbad sowie weitere regionale Archivalien nutzen. „Zeuge Jesu Christi“ ist der vierte Band Schmids über Sproll. Für den Bischof läuft ein Seligsprechungsverfahren.

Schmid lässt in seinem Band keine Zweifel daran, dass Sproll Zeugnis wie ein Märtyrer ablegte. Wiederholt zitiert er den Satz des Bekennerbischofs, den dieser sowohl den Nationalsozialisten wie auch dem zum Rücktritt drängenden päpstlichen Nuntius sagte: „Ich bin der Bischof von Rottenburg und bleibe der Bischof von Rottenburg, und Sie können gehen.“ Entschieden wendet sich Schmid gegen Positionen, Sproll habe die Leitung der Diözese verloren und sie sei vom Generalvikar wahrgenommen worden. „Er war immer ohne Unterbrechung Regent seiner Diözese und leitete sie aus der Verbannung heraus…“

In neun Kapiteln beleuchtet Schmid, wie die deutschen Bischöfe auf je eigene Art sich gegenüber den Nationalsozialisten verhielten, wie sie mit Sproll umgingen, einige ihn verkannten, wie Sproll selbst im schwäbischen Heilbad litt, standhaft blieb und dabei krank wurde. Im Krumbad wurde er versorgt von Ordensfrauen unter der Leitung von Oberin Gosberta Vochezer. Ihr schenkte Bischof Sproll zum Abschied am 12. Juni 1945 ein schmuckvolles Kreuz. Das Foto des Kreuzes ziert das Cover von „Zeuge Jesu Christi“.

Hinweis: Franz X. Schmid, Zeuge Jesu Christi, Dr. Joannes Baptista Sproll, 48 Seiten, Kunstverlag Josef Fink, Euro 8,50