Starkes Zeichen des Dienstes an den Menschen

Es sei nach vier Jahren Bauzeit ein architektonisch überzeugender Raum entstanden für die rund 320 Mitarbeiter des Ordinariats im Dienst an den Menschen, sagte Bischof Fürst in der Feier. Den zu weiten Teilen denkmalgeschützten Gebäudekomplex mit seinen vielfältigen Formen nach Entwürfen des Stuttgarter Architekturbüros Lederer, Ragnarsdottir, Oei nannte er ein „architektonisches Highlight und ein starkes Zeichen des Dienstes an den Menschen“, welches das Stadtbild Rottenburgs deutlich mitpräge.

Der Bischof betonte, das Gebäude biete Raum dafür, dass die Mitarbeiter dort nach Kräften die Seelsorge in Gemeinden und Dekanaten unterstützen. „Sie sollen kräftig dazu beitragen, dass das Evangelium vor Ort attraktive Gestalt gewinnt.“ Das Gebäude sei nicht Selbstzweck, sondern Dienstort im Interesse einer diakonischen Pastoral, wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart sie sich zum Ziel gesetzt habe.

Generalvikar Clemens Stroppel erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass das neue Ordinariatsgebäude sich in Grundriss und Gestalt an der bis vor 225 Jahren dort stehenden barocken Josephskirche der Jesuiten orientiere. Er bedankte sich in Anwesenheit des Rottenburger Oberbürgermeisters Stephan Neher bei allen Personen und den rund 150 Firmen, die an dem Projekt unter dem Arbeitstitel „Zusammenführung Kurie“ beteiligt waren. Dankbar zeigte sich der Verwaltungschef der Kurie, der die Bauarbeiten seitens der Diözese federführend begleitet hatte, für eine unfallfreie Bauzeit. „Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Gott, sei Dank!“

Der Sprecher des Diözesanrates, Johannes Warmbrunn, zeigte sich froh darüber, dass das Großprojekt in mehrfacher Hinsicht zu einem guten Abschluss kam. Der Diözesanrat als Gremium mit Finanzhoheit habe es in jeder Phase gefördert und die nötigen Mittel bewilligt. Dass das Projekt im vorgesehenen Finanzrahmen von schließlich rund 40 Millionen Euro bleiben konnte, sei wesentlich Verdienst des Generalvikars. 50 Jahre war am Gebäude nicht renoviert worden. „Unsere Entscheidung war wirtschaftlich: Längeres Zuwarten hätte drastische Kostensteigerungen mit sich gebracht“, betonte Warmbrunn auch im Namen des Priesterrates der Diözese.

Vor der Sanierung waren 19 Dienststellen mit 170 Mitarbeitern auf verschiedene Häuser in der Stadt verteilt, von denen 8 Dienststellen nun im neuen Gebäude Platz fanden. Massive Baumängel, besonders im Archiv, hatten die Sanierung ebenso nötig gemacht wie massiv defizitärer Brand- und Gebäudeschutz.

Uwe Renz