Stimme erheben für Demenzkranke

Die am Mittwoch in Berlin vorgestellten Eckpunkte zur Pflegereform seien zwar nötig, gingen aber nicht weit genug, sagte am selben Tag in Stuttgart die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese und Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp.

Zentrale Herausforderung sei, so Stetter-Karp, die Reform so zu gestalten, dass Demenzkranke wirklich angemessen versorgt werden. Seit Jahren bestehe das Dilemma, dass Pflege „Satt-und-Sauber-Maßstäben“ unterworfen werde. Daran änderten im Kern auch die jetzt vorgestellten Eckpunkte einer Reform nichts. Nach wie vor würden viele Demenzkranke ausschließlich nach Kriterien körperlicher Befindlichkeit eingestuft, während mentale und psychosoziale Faktoren unberücksichtigt blieben, sagte die Ordinariatsrätin. Sie erhoffe sich von einem beharrlichen Einsatz möglichst vieler gesellschaftlicher Kräfte und der Stuttgarter Landesregierung beim Bund, dass auch die Finanzierung der Pflegeversicherung nachhaltig stabilisiert werden könne.

Sie schloss sich in dieser Frage dem Caritasverband an. Eine Beitragserhöhung um 0,1 Prozent werde eine Stabilisierung ebenso wenig erreichen wie mögliche Zusatzversicherungen auf freiwilliger Basis. Viele könnten sich solche Versicherungen schlichtweg nicht leisten.