Stuttgarter Stadtdekan Brock künftig im Vorstand der Stiftung Liebenau

Die Stiftung Liebenau ist als kirchliches Sozial-, Gesundheits- und Bildungsunternehmen mit rund 5.800 hauptamtlichen und einer großen Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders in der Altenhilfe, den Hilfen für Menschen mit Behinderung, der Gesundheitshilfe, der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Mehrgenerationenarbeit und der Bildung tätig. Gegründet wurde sie 1873 von einem Verein Tettnanger Bürger, initiiert durch den Tettnanger Kaplan Adolf Aich, der in den Jahren zuvor in der Schweiz tätig war und dort Erfahrungen gesammelt hatte. Heute erbringt sie ihre Leistungen in rund 250 Einrichtungen und Diensten an fast 100 Standorten. Ihr Tätigkeitsgebiet erstreckt sich auf Deutschland, Österreich, die Schweiz, Südtirol und Bulgarien.


Der zuletzt im Vorstand der Stiftung Liebenau wirkende Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart war Pfarrer Dieter Worrings, der von 1996 bis 2008 amtierte.

Mit Prälat Brock sei eine Persönlichkeit in das Vorstandsgremium der bedeutenden katholischen Stiftung gewählt worden, die sich seit vielen Jahren in wichtigen Aufgabenbereichen der Diözese bewährt habe, betonte Bischof Gebhard Fürst. Brocks Berufung unterstreiche, dass Diözese und Stiftung nach langjährigen Spannungen wieder auf einem gemeinsamen und konstruktiven Weg in die Zukunft seien.

Ähnlich äußerte sich auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung, Joachim Senn. Das neue Vorstandstrio biete Gewähr für eine erfolgreiche und zukunftsgerichtete Führung der Stiftung. Mit der Wahl Prälat Brocks könne die Zusammenarbeit mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zukunft deutlich verbessert werden. Die amtierenden Liebenauer Vorstände und künftigen Kollegen Brocks, Berthold Broll und Markus Nachbaur, betonten ihre Freude auf die Zusammenarbeit „zur gemeinsamen Beförderung der vielfältigen Anliegen der Stiftung Liebenau im In- und Ausland“.

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Michael H. F. Brock wurde am 28. November 1961 in Biberach an der Riß geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1982 in Biberach studierte von 1984 bis 1990 in Tübingen und München katholische Theologie mit dem Schwerpunkt Praktische Theologie. Nach der Diakonatsweihe am 15. Dezember 1990 in Rottenburg verbrachte er ein seelsorgspraktisches Jahr als Diakon in der Pfarrei St. Augustinus in Stuttgart-Neugereut. Am 27. Juni 1991 wurde er von Bischof Walter Kasper in der Basilika von Weingarten zum Priester geweiht. Als Vikar war Brock von 1992 bis 1994 in der Pfarrei Maria Königin in Kirchheim/Teck tätig. In dieser Zeit absolvierte er auch eine Zusatzausbildung in kirchlicher Medienarbeit am Münchener Institut zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses. Im März 1994 trat Brock seine erste Stelle als Gemeindepfarrer in der Heilig-Kreuz-Pfarrei in Stuttgart-Sommerrain an, die er bis Mai 2001 innehatte. Seit September 2001 ist er Dompfarrer der Stuttgarter Kathedralkirche St. Eberhard und bis 2009 Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart. Zum 1. Februar 2002 wurde Stadtdekan Brock von Papst Johannes Paul II. zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt.

Während all dieser Jahre bekleidete Michael H. F. Brock Ämter mit überpfarrlicher und öffentlicher Wirkung in der Stuttgarter Region. So war er von 1995 bis 1999 Stellvertretender Dekan des Dekanats Stuttgart-Bad Cannstatt und Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar, von 1999 bis 2001stand er dem Dekanat Stuttgart Bad Cannstatt als Dekan vor. Von 1998 bis Oktober 2010 wurde ihm die Aufgabe des Direktors des Verbindungsbüros der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Verband Region Stuttgart, ab 1999 war er außerdem Regionaldekan in der politischen Region Stuttgart und damit auch Vorsitzender der Kooperationsgemeinschaft der Dekane in dieser Region.

Zeitgleich mit seiner Bestellung zum Dompfarrer von St. Eberhard, wurde Brock zum Stadtdekan des gemeinsamen Stadtdekanats Stuttgarts gewählt, und es gehört zu den Initiativen seiner Stuttgart Amtszeit mit den weitreichendsten Folgewirkungen, die verschiedenen Stuttgarter Gesamtkirchengemeinden in diesem Stadtdekanat zusammengeführt zu haben.

Als Stadtdekan von Stuttgart ist Brock Vorstand des Marienheims, Mitglied des Caritasrats des Caritasverbands für Stuttgart, Vorstandsmitglied des Katholischen Bildungswerks Stuttgart und Vorsitzender der Hospizstiftung Stuttgart. Auch wichtige Orte der Stuttgarter Pastoral wurden in den letzten Jahren unter seiner Verantwortung entwickelt und gebaut: das Hospiz St. Martin in Stuttgart-Degerloch, die Domsingschule Stuttgart und das Haus der Katholischen Kirche, ein Zentrum moderner City-Pastoral. Nicht zuletzt steht sein Name in Verbindung mit der 2008 abgeschlossenen Renovation der Domkirche St. Eberhard. Dreizehn Jahre lang war Prälat Brock Autor von Verkündigungssendungen im SRD und SWR; er ist Verfasser zahlreicher Seelsorgs-Publikationen und Mitherausgeber der Zeitschrift „Gottesdienst vorbereiten“. Seit 2005 ist Brock Ritter vom Heiligen Grab in Jerusalem und seit 2007 Prior der Komturei St. Martin der Ritter zum Heiligen Grab in Jerusalem.