„Suchen und retten, was verloren ist“

Mit Bischof und Priester bildet der Diakon die Einheit des Amtes in der katholischen Kirche ab. Vor 43 Jahren wurde das über Jahrhunderte in den Hintergrund getretene Amt des Ständigen Diakons in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils neu entdeckt und belebt. 1968 empfingen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die ersten neun Männer die Diakonweihe; heute tun hier rund 300 Ständige Diakone ihren Dienst als „Augen der Kirche“ mit besonderem Blick auf sozial-karitative Aufgabenfelder. Sie arbeiten im Hauptberuf oder als Diakone im Zivilberuf.

 


Geweiht werden:

Reiner Dehner (51), in Hechingen geborener Bankkaufmann und Profi-Zauberkünstler. Nach Abitur und Wehrdienst ließ er sich zum Bankkaufmann ausbilden, was ihn unter anderem ins US-Brokergeschäft und in deutsche Anlageabteilungen führte. Seit 2003 tritt er als Zauberprofi auf und gibt nebenberuflich Religionsunterricht. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Geislingen bei Balingen.

Stephan Drobny (38), in Rottweil geborener und aufgewachsener Religionspädagoge. Nach Schule und Ausbildung zum Glaser und Fensterbauer studierte er nach vier Jahren als Glasergeselle Religionspädagogik in Freiburg. Seit seinem Abschluss dort arbeitet er als Pädagoge im Bischöflichen Gymnasialkonvikt in Rottweil. Die Begleitung von Familien und die Hilfe für Menschen am Rande von Kirche und Gesellschaft sieht der ehelos bleibende Seelsorger und passionierte Freund der schwäbisch-alemannischen Fasnet als wichtiges Feld seiner diakonischen Arbeit, die er in Deißlingen-Lauffen leisten wird.

Jörg Gebele (40), in Ulm geborener und aufgewachsener Maschinenbauingenieur. Der verheiratete Vater einer kleinen Tochter arbeitet in der Hydraulikkonstruktion eines weltweit agierenden Kranbauunternehmens. Als Diakon will er „Brückenbauer sein zwischen Kirche und den Lebenswelten der Menschen, zwischen Familie, Arbeit und Kirchengemeinde“. Sein Einsatzort ist die Seelsorgeeinheit Ulmer Westen.

Dr. Joachim Meißner (46), in Wilhelmshaven geborener promovierter Theologe und IT-Experte. Nach dem Abitur in Lauffen am Neckar studierte er ab 1984 Theologie in Tübingen und schloss seine Doktorarbeit über den Römerbrief 1999 an der Jesuitenhochschule Frankfurt-St. Georgen ab. Seither arbeitet der verheiratete Vater von drei Kindern in einer Softwarefirma. In seiner diakonischen Arbeit geht es im vor allem um „Menschen, die in unseren Gemeinden nicht oder nicht mehr erscheinen und hier besonders um sozial Benachteiligte“. Nach seiner Weihe wird er in St. Paulus in Lauffen/Neckar arbeiten.

Uwe Renz (52), in Bad Cannstatt geborener und aufgewachsener Theologe, Journalist und Musiker. Nach dem Abitur studierte er bis 1983 in Tübingen Theologie, schloss mit Diplom ab und erwarb während des Zivildienstes die staatliche Anerkennung als Musiklehrer und Dirigent. Nach einer Redakteursausbildung arbeitete er an Tages- und Wochenzeitungen. Als Diakon will der verheiratete Vater zweier Töchter und zweier Söhne für Menschen da sein, die es schwer haben und leicht aus dem Blick geraten. Seine Einsatzgemeinden sind St. Josef in Filderstadt und Maria Hilfe der Christen in Aichtal.

Andreas Wellner (46), im fränkischen Ansbach geborener und im ebenfalls fränkischen Burgoberbach aufgewachsener gelernter bayerischer Verwaltungsbeamter und Krankenpfleger. Nach elf Jahren als Krankenpfleger in psychiatrischen Kliniken betreibt er seit sechs Jahren zusammen mit seiner Ehefrau, einer Ärztin, in Stuttgart eine Praxis für allgemeine Medizin. Sein Einsatzort als Diakon ist die Pfarrei St. Josef in Stuttgart-Feuerbach, wo er einen Schwerpunkt auf die Seelsorge für Kranke und Senioren legen will.