Studium

Theologie konkret angewandt

Bild: Katholische Hochschule Freiburg

Die Erwartungen haben sich mehr als erfüllt: Studierende des neuen Studiengangs Angewandte Theologie und Religionspädagogik waren in Assisi.

„Ich bin mir nun sicher, dass im Studium sehr spannende Themen und Fragestellungen auf uns warten, weil wir schon einmal schnuppern durften.“ – „Für mich hat in Assisi ein Weg begonnen, meinen Glauben in Worte zu fassen und für mich ein Verständnis zu bekommen, nicht nur ein Gefühl.“ – „Ich bin beeindruckt, wie vielfältig wir alle sind. Es sind viele gute Gespräche entstanden. Es fühlt sich nicht mehr so an, als würden wir uns erst seit drei Wochen kennen.“

Diese und ähnliche Rückmeldungen der Studierenden zeugen davon, dass das Konzept aufgegangen ist. Die ambitionierte Studienordnung des B.A. Angewandte Theologie und Religionspädagogik und des Kirchlichen Studiums sieht neben der theologischen Qualifikation und pastoralen, religionspädagogischen Befähigung der Studierenden auch vor, sie in ihrer menschlichen Reife und in ihrer Spiritualität zu fördern.

Studierende aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart dabei

Auch die Gemeindereferentinnen und -referenten der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden an der Katholischen Hochschule Freiburg ausgebildet. Zudem ist die Diözese Träger des neuen Studiengangs, den auch zehn Studierende aus der Diözese belegen.

Mithilfe der großzügigen finanziellen Unterstützung der Erzbischof Hermann Stiftung konnten diese Tage außerhalb der Hochschule ermöglicht werden. Für ein paar Tage wurden die Lehrräume der KH Freiburg mit den Straßen und Plätzen von Assisi getauscht. Auf den Spuren des Heiligen Franziskus und der Heiligen Klara konnten die Lehrenden Prof. Dr. Erika Adam und Prof. Dr. Bernd Hillebrand, KH Freiburg, und die geistliche Mentorin Silvia Dufner, IPB Freiburg, zum Studienstart einen intensiven Lern- und Gruppenprozess anstoßen.

Einführung in die Theologie

Was ist Theologie? Was ist Glaube? Was sind zentrale Inhalte des christlichen Glaubens? Die Chance von Assisi lag darin, sich Grundlagen der Theologie im Zusammenhang mit dem Weg und der Spiritualität von Franziskus und Klara anzunähern und damit Theorie und Erfahrung unmittelbar in Verbindung zu bringen. Die Ablenkungen des Alltags fielen weg. Indem die Gruppe fast den ganzen Tag miteinander auf dem Weg war, konnten die Studierenden im Prozess und im Diskurs bleiben und beginnen, sich in das theologische Denken einzuüben. An unterschiedlichen Orten, wie der Rocca, den Carceri, San Damiano oder Portiunkula wurden die theologischen Grundtraktate mit dem Leben des Franziskus in Verbindung gebracht.

Wie werden das Kirchenbild des II. Vatikanischen Konzils und das Kirchenbild von Papst Franziskus lebendig? In einer intensiven Textarbeit vor der Basilika Santa Maria degli Angeli, die um die kleine Portiunkula-Kapelle herum gebaut worden war. Am Gründungsort der franziskanischen Gemeinschaft beschäftigten sich die Studierenden mit der Bedeutung und der Aufgabe von Kirche heute. Und sie thematisierten – zwischen Vision und Wirklichkeit – ihren Platz und ihren Auftrag in der Kirche als zukünftige Gemeindereferent*innen.

Das Thema Religion und interreligiöser Dialog wurden am Ort von San Francesco lebendig, wo schon öfters interreligiöse Friedensgebete stattgefunden haben.

Impulse für den persönlichen, spirituellen Weg

Nicht Opfer und Armut an sich waren für Franziskus Beweggründe, sein Leben radikal zu ändern, sondern die konsequente Nachfolge Jesu von Nazareth – dieser Aspekt bewegte die jungen Menschen, die nach ihrer Berufung suchen, nachhaltig. Sie bekamen vielfältige Impulse für ihre eigene Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung. Und sie machten die entlastende Erfahrung, einen Lernweg gehen und hinterfragen zu dürfen: „Es ist erlaubt zu hinterfragen, auch über das einmal nachzudenken, wovon ich eigentlich überzeugt bin.“

Die Erfahrung von Gemeinschaft

In den Tagen von Assisi entstanden in der Studiengruppe Vertrautheit und Gemeinschaft, was wichtige Grundlagen für produktives gemeinsames Lernen und für den theologischen und geistlichen Austausch sind. Die Erfahrung der Studierenden, dass sie trotz ihres gemeinsamen Ziels sehr unterschiedlich sind, wurde zur Lernerfahrung, Respekt vor dem Anderen zu entwickeln. Das gemeinsame Ringen um Studieninhalte, die gemeinsame Eucharistiefeier und auch das gemeinsame Feiern (bunter Abend) ließen Vertrauen und Freude auf die kommenden 3 1/2 Jahre wachsen.

„Ich habe nun die Gewissheit, dass wir auf unserem Weg nicht allein sind, dass Menschen da sind,  die uns begleiten und unterstützen.“ (Studierende)

Auch die Begleiter*innen fuhren bereichert nach Hause. Sie erlebten, mit welcher Begeisterung und Ernsthaftigkeit sich die Studierenden einließen, welche Lust auf Gemeinschaft und Kirche sie mitbringen. Sie spürten die Freude, mit diesen jungen Menschen zu arbeiten. Und sie spürten auch die Verantwortung, ihnen etwas zuzutrauen und sie gleichzeitig achtsam auf ihrem Weg des Studiums zu begleiten.