Trauer über den Tod von Paul Kopf

Paul Kopf, von 1996 bis 2004 als Leiter des Katholischen Büros in Stuttgart Verbindungsmann zwischen den beiden baden-württembergischen Diözesen und der Landesregierung, ist am Freitag überraschend nach kurzer schwerer Krankheit mit 76 Jahren verstorben. "Als Repräsentant der katholischen Kirche im politischen Geschehen des Landes hat Paul Kopf mit Klugheit und Fingerspitzengefühl die Anliegen der Kirche vertreten und war dabei ein geschätzter und dialogfähiger Gesprächspartner für Politiker aller Parteien", betonte Bischof Fürst. Große Verdienste habe er sich auch durch seine historischen Forschungen und Veröffentlichungen zur Geschichte der Diözese Rottenburg-Stuttgart erworben. "Es hat ihm sehr viel bedeutet, das Wissen um die Geschichte der Kirche, die er liebte und in deren Dienst er sein Leben stellte, auch heute lebendig zu erhalten und so die Identifikation deren reicher und vielfältiger Tradition zu stärken", sagte der Bischof. Paul Kopf sei immer Seelsorger gewesen. Auch in der Zeit seiner politischen Funktion habe er pastorale Aufgaben wahrgenommen und so zum Ausdruck gebracht, was der Kern seiner Berufung gewesen sei.

Paul Kopf ist am 1. Juni 1930 in Tiefenbach/Seekirch geboren und wurde nach dem Studium der Theologie und Philosophie 1955 in Rot an der Rot zum Priester geweiht. Das Berufsleben des jungen Geistlichen wurde durch seine Mitarbeit im Rottenburger Diözesan-Archiv in den Jahren 1955 bis 1956 von Anfang an durch historisches Arbeiten geprägt. Seine Laufbahn als Gemeindeseelsorger führte ihn zunächst als Vikar nach Bühlertann (1955) und Ebingen (1956). 1960 wurde er Kurat, 1962 Stadtpfarrverweser und schließlich Stadtpfarrer in Steinheim an der Murr. Während dieser Zeit war er 1968 und 1969 zusätzlich Studentenpfarrer an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. 1973 wechselte er als Pfarrer nach Neckarweihingen. Während seiner Zeit als Gemeindepfarrer wurden ihm auch Aufgaben von übergeordneter Verantwortung übertragen: Von 1968 bis 1993 war er Dekan des Dekanats Ludwigsburg, dazu von 1982 bis 1993 Kreisdekan. 1996 wurde er zum Direktor des Katholischen Büros in Stuttgart, dem Verbindungsbüro der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Erzdiözese Freiburg am Sitz der Landesregierung, berufen, eine Aufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 wahrnahm. Zugleich blieb er als Pfarrer noch von 1996 bis 1998 in seiner Neckarweihinger Pfarrei seelsorgerisch tätig. Paul Kurz wurde für sein Wirken vielfach geehrt. 1978 wurde ihm der Titel des Geistlichen Rats verliehen, 1985 der des Päpstlichen Ehrenkaplans und 1999 des Päpstlichen Ehrenprälaten. Paul Kopf ist am 16. März 2007 nach kurzer schwerer Krankheit in Ludwigsburg verstorben.