Tübinger Kirchenrechtler Richard Puza ist Präsident einer europäischen Vereinigung von Fachleuten für Staatskirchenrecht

Das im Jahr 1989 gegründete Konsortium mit Sitz in Madrid ist ein politisch, religiös und kirchlich unabhängiges Forum wissenschaftlicher Zusammenarbeit im Staatskirchenrecht und staatlichen Religionsrecht, in das Hochschullehrerinnen und –lehrer aus den Ländern der Europäischen Union berufen werden. Jedes Land ist nur mit einer oder zwei Personen darin vertreten. Durch die Klärung juristischer, politischer und historischer Fragestellungen widmet sich das Konsortium der Verwirklichung der Religionsfreiheit und dem Studium der Beziehungen zwischen Staat, Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften.

Das Consortium tagt einmal jährlich in einem der EU-Mitgliedsländer und diskutiert über Länderberichte zu Themen des Staatskirchenrechts. Thema des Meetings in Helsinki war „Religion in Criminal Law“ (Religion im Strafrecht); das Treffen im kommenden Jahr wird Fragen der Integration gewidmet sein. Das Consortium veröffentlicht die Länderberichte in einem jährlich erscheinenden "European Journal for Church and State Research" und hat in Zusammenarbeit mit dem „Centre Société Droit et Religion en Europe/CNRS“ in Straßburg eine laufend ergänzte bibliographische Datenbank zu Literatur und Rechtsprechung im Staatskirchenrecht in den europäischen Ländern entwickelt.