Überlebenschancen ausgeschlossen und dennoch Heilung?

Dieses Gericht hat jetzt zu prüfen, ob die unerklärliche Heilung eines heute knapp 70-jährigen Mannes als ein Wunder auf Grund der Anrufung von Pater Philipp Jeningen bewertet werden kann. Der Mann war in den 1980-er Jahren so schwer erkrankt, dass die Ärzte eine Überlebenschance nahezu ausgeschlossen hatten. Völlig überraschend genas der Mann jedoch und konnte wenige Tage nach der Wende des Krankheitsverlaufs die Klinik verlassen.

Verantwortlicher des Verfahrens ist der zuständige Ortsbischof, Dr. Gebhard Fürst, der für die Durchführung Pfarrer Thomas Weißhaar, den Leiter des Bischöflichen Offizialats (Kirchliches Gericht der Diözese), bevollmächtigt hat. Beisitzer ist der Bischöfliche Sekretär Holger Winterholer. Der so genannte Postulator, der die Seligsprechung beim Heiligen Stuhl betreibt, ist der römische Anwalt Dr. Andrea Ambrosi. Als Vizepostulator ist ihm der Ellwanger Pfarrer Michael Windisch zugeordnet. Als medizinischer Berater gehört dem Kirchengericht Professor Dr. Bernd Ultsch an. Medizinische Gutachter sind außerdem Dr. Heidrun Saalborn und Dr. Rainer Zietzmann. Zum „Promotor Iustitiae“, dem die Aufgabe der kritischen Überprüfung der vorgebrachten Argumente zukommt, wurde Prälat Reinhold Melber, emeritierter Leiter des Offizialats, ernannt. Als Notar bürgt für den Verfahrensablauf Dr. Stefan Ihli, in seiner Stellvertretung Monika Hentschel und Sylvia Söll, alle Mitarbeitende im Offizialat der Diözese. Die Mitglieder des Kirchengerichts wurden durch den emeritierten Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Prälat Werner Redies, vereidigt.

Das Kirchengericht hat nun die Aufgabe, den durch die überraschende Entwicklung geheilten Mann selbst sowie behandelnde Ärzte und andere medizinische Fachleute zu hören. Auch zahlreiche Zeugen müssen befragt werden. Nach Abschluss dieser Prüfungen wird das Gericht Bischof Gebhard Fürst eine Empfehlung vorlegen, ob dieser in Rom die Anerkennung eines Wunders und damit die weitere Entscheidung über eine Seligsprechung des „guten Paters“ Philipp Jeningen beantragen kann. Die letzte Entscheidung darüber liegt beim Papst.