Überzeugend mit Kraft und Tiefe

Der Metropolit der Oberrheinischen Kirchenprovinz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bescheinigte dem Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart beim Geburtstagsfest am Dienstag in Rottenburg eine außerordentliche Fähigkeit zum Dialog. Bischof Fürst könne in der geistigen Auseineinadersetzung gleichermaßen „verlockende Alternativen kritisch betrachten und aus der Kraft und Tiefe der eigenen Überzeugungen Antworten bieten, die auch einen Andersdenkenden wenigstens intellektuell zu überzeugen in der Lage sind“. Erzbischof Zollitsch hielt die Predigt im Festgottesdienst unter dem Leitwort „Ich will dir danken, Herr“.

Der Freiburger Erzbischof würdigte den Jubilar als einen facettenreichen Priester, der von Erfahrungen in der theologischen Wissenschaft, in der Seelsorge, in der Priesterausbildung und in der Gemeinde vor Ort geprägt sei. Besonders hob der Erzbischof die Leistungen des 60-jährigen Oberhirten für die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart hervor, die Gebhard Fürst von 1986 bis 2000 geleitet hatte. Er habe die Einrichtung unter dem Leitwort „Dialog und Gastfreundschaft“ zu einem Ort des innerkirchlichen Gesprächs wie des Gesprächs mit der Gesellschaft profiliert. Als kompetenter Gesprächspartner habe sich Bischof Fürst als Mitglied des Nationalen Ethikrates erwiesen, so Erzbischof Zollitsch. Dort sei er von 2001 bis 2005 besonders in bioethischen Problemstellungen ein gefragter Gesprächspartner gewesen und sei dies noch heute als Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz.

Als Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Bischofskonferenz und damit als von der Öffentlichkeit besonders beobachteter „Medienbischof“, beweist Bischof Fürst nach den Worten des Freiburger Metropoliten „viel Elan und großen Einsatz für die Sache“. Die Frage der Zukunft kirchlicher Medienarbeit sei brennend aktuell. Erzbischof Zollitsch wünschte seinem Rottenburg-Stuttgarter Amtsbruder und der Kirche weiterhin bereichernde Dialoge im „Austausch wechselnder Einfälle und Impulse“.

Der Rottenburger Domdekan, Weihbischof Johannes Kreidler, wünschte dem Jubilar im Festgottesdienst „noch eine lange und reiche Zeit fruchtbaren Wirkens als Bischof unserer Diözese“. Dieser Wunsch sei nicht uneigennützig. In Gebhard Fürst habe das Bistum seit acht Jahren einen Oberhirten, „der dialogfähig und weltoffen ist, theologisch gebildet, kulturell aufgeschlossen und ästhetisch sensibel“.

Der Bischof der evangelischen Landeskirche von Württemberg, Frank Otfried July, versicherte dem Jubilar die Sympathie und Freundschaft der evangelischen Bischöfe und Christen. Würde es davon abhängen, so July, „dann hätten wir schon die volle Einheit des Volkes Gottes in Württemberg“. Der Landesbischof betonte, die Freundschaften und Vertrauensverhältnisse seien wichtig, um schwierige theologische Probleme behandeln zu können, „die auf dem Weg zur vollen Einheit ihre Fragezeichen uns entgegenhalten“.

Zum Geburtstag überreichte Weihbischof Kreidler dem Jubilar eine über 500 Seiten starke Festschrift, in der Freunde und Wegbegleiter dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart Beiträge widmen.