Überzeugender Repräsentant einer dialogfähigen Kirche

Erzbischof Saier, der der Freiburger Erzdiözese von 1978 bis 2002 vorstand, begeht am 12. August seinen 75. Geburtstag. Saier habe nie den Auftritt in der großen Öffentlichkeit gesucht, dennoch habe er gerade in seiner zurückhaltenden Art und seiner glaubwürdigen Ausstrahlung entscheidende pastorale Akzente gesetzt, betonte Bischof Fürst. „Durch seine 1989 begonnene pastorale Initiative ‚Miteinander Kirche sein für die Welt von heute’, durch das daraus hervor gegangene Freiburger Diözesanforum zu Beginn der 90-er Jahre und durch den Diözesantag aller Räte seines Erzbistums im Jahr 1997 hat sich Erzbischof Oskar Saier als überzeugender Repräsentant einer nach innen wie nach außen dialogfähigen Kirche erwiesen und in seinem Verantwortungsbereich die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils konsequent umgesetzt“, sagte Bischof Gebhard Fürst. Durch seine mutige Beteiligung an dem Hirtenwort zur „Pastoral mit Geschiedenen und Wiederverheirateten“, im Jahr 1993 gemeinsam mit den Bischöfen Karl Lehmann und Walter Kasper veröffentlicht, habe Saier „ein waches Gespür für die geistliche Not bewiesen, die viele Menschen heute bedrängt“, durch die 1986 begründete Partnerschaft mit der peruanischen Kirche habe er zum Ausdruck gebracht, dass pastorale Verantwortung weltweit sein müsse, betonte Bischof Fürst. Nicht zuletzt würdigte der Rottenburger Bischof an seinem ehemaligen Freiburger Amtsbruder die „tief in seiner Spiritualität verwurzelte Bereitschaft und Fähigkeit, auszugleichen, zu vermitteln und der Versöhnung stets den Vorrang vor der Konfrontation zu geben“.