„Überzeugter Caritäter und Christ, der gern Tacheles redet“

Beherzter Einsatz, charismatisches Talent, ausgeprägte Fachlichkeit, glaubwürdiges Auftreten und über Jahre hinweg entwickeltes Stehvermögen seien die Erkennungsmerkmale Scherers, der nach Aussage von Stetter-Karp bereits 2004 für seine außerordentlichen Leistungen mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes ausgezeichnet worden ist. Dem Zentralrat, dem bis zur neuen Satzung höchsten Entscheidungsgremium des Deutschen Caritasverbandes, hatte Scherer von 1976 bis 2004 angehört.

Die Ordinariatsrätin würdigte besonders die enorme Gestaltungskraft, mit der Scherer den 1921 gegründeten Landesverband Katholischer Kindertagesstätten vom „Sprössling und Untermieter“ im Caritasverband zum „selbstbewussten Erwachsenen mit eigener Wohnung“ gemacht habe. Bischof Joannes Baptista Sproll (1927-1949) habe als Protektor des Landesverbandes alle Kindergärten der Diözese zur Mitgliedschaft verpflichtet. Heute vertrete der Verband 1.110 Kindergärten mit 2.600 Gruppen, in denen rund 6.500 Erzieherinnen für etwa 62.000 Kinder tätig seien. Unter der Federführung Scherers, so Irme Stetter-Karp, sei das Fortbildungsprogramm verbreitert, ein Dienstleistungsprofil für die Mitglieder abgestimmt und die Vertretung der katholischen Kindergärten in den verschiedensten Gremien intensiviert worden. Als Schwerpunkte von Scherers Wirken hob sie besonders die Weiterentwicklung der Kindergartenkonzeption der Diözese hervor, ebenso „ehrgeizige Projektarbeiten“ wie die Herausgabe eines Qualitätsprofils für die Kindergärten, die Durchführung des Diözesanprojekts „Zukunft wächst im Kindergarten“ oder das von der Landesstiftung geförderte Projekt „Stärkung der Erziehungskraft“. Die hohe Dynamik in diesem Aufgabenfeld sowie die Vielzahl von Gesetzesinitiativen habe Aufwand und Tempo der Arbeit vervielfältigt und eine aufwendige und sensible Beratungstätigkeit für die Kindergärten erforderlich gemacht. In jüngster Zeit sei dies besonders durch aktuelle Großprojekte wie die Umsetzung des „Rottenburger Kindergartenplans“ von 2008, die Umsetzung des diözesanen Qualitätsprofils bis 2012 oder den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren dominiert gewesen. Dies alles sei stets auch durch eine intensive Publikationstätigkeit Scherers begleitet gewesen.

Peter Scherer – so Irme Stetter-Karp in ihrer zusammenfassenden Würdigung - sei als Kenner der Kindergartenszene und als streitbarer Anwalt für die Belange der Kindergartenträger landauf, landab und auch bundesweit gehört worden. Hervorzuheben sei sein großes Organisationstalent. „Ohne Zweifel ein überzeugter Caritäter und Christ“, sei er auch ein Mensch, „gern Tacheles redet“.

Als Nachfolgerin von Peter Scherer in der Geschäftsführung des Landesverbandes Katholischer Kindertagesstätten Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V. wurde im Rahmen der Feierstunde am Freitag Dr. Ursula Wollasch eingeführt, bislang Geschäftsführerin des Caritas-Fachverbandes „Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) e. V.“ in Freiburg.