„Überzeugungstäterin im besten Sinne“

Die in Dinkelsbühl geborene und in Schemmerberg bei Biberach wohnhafte Margret Herbst prägte wesentlich den Diözesenverband Rottenburg-Stuttgart der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Ordinariatsrat Joachim Drumm würdigte die Geehrte bei der Ordensverleihung am Freitag in Stuttgart als „Überzeugungstäterin im besten Sinne des Wortes“.

Margret Herbst war von 2003 bis Anfang 2008 KAB-Diözesanvorsitzende. Seit 1988 gehört sie dem katholischen Arbeitnehmerverband an. Sie baute in Schemmerberg die KAB-Ortsgruppe auf, errichtete in Kooperation mit anderen Initiativen eine Beratungsstelle für arbeitslose Menschen und eine Mobbing-Beratung. 2006 startete auf Herbsts Initiative hin in Schemmerberg das „Netzwerk Mensch“, in dem sich Ehrenamtliche um Bedürftige aller Altersgruppen kümmern. Zum Angebot des Netzwerks gehören unter anderem eine Hausaufgabenbetreuung, ein Besuchsdienst für Ältere und Kranke sowie Schulungen für Ehrenamtliche.

Drumm hob Herbsts unermüdlichen Eifer für die am Arbeitsmarkt an den Rand gedrängten Menschen hervor. Die Ordensträgerin sei konsequent dem Satz des 1967 gestorbenen belgischen Kardinals Josef Cardijn gefolgt, der als Gründer der internationalen christlichen Arbeiterjugend sagte: „Jeder junge Arbeiter ist mehr wert als alles Geld der Erde.“ Mit Beratung, zahllosen Gesprächen und Bewerbungstrainings, Solidaritätstreffen und Benefizaktionen habe Margret Herbst vielen Menschen neue Hoffnung und Perspektiven gegeben, so Drumm. Besonders viel Herzblut und Engagement habe die Ordensträgerin in die Fürsorge für Mobbingopfer investiert. Als erfahrene Personalratsvorsitzende des Landratsamtes Biberach habe sie dafür die besten Voraussetzungen mitgebracht.