Um die Kirche verdient gemacht

In der Feier in Stuttgart erhält Frau Gertrud Mezger aus Niedernhall-Weißbach im Kochertal (Hohenlohekreis) das Ehrenzeichen „Pro Ecclesia et Pontifice“. Frau Iris Ripsam aus Stuttgart-Fasanenhof wird mit der Würde einer Dame des Ordens vom Heiligen Papst Silvester ausgezeichnet. Die Würde eines Komturs des Ordens vom Heiligen Papst Silvester wird dem Kirchenmusiker Professor Willibald Bezler aus Ellwangen-Schrezheim sowie dem Bauunternehmer Richard Schwörer aus Abtsgmünd–Hohenstadt (Ostalbkreis) verliehen.


Pro Ecclesia et Pontifice (deutsch: Für Kirche und Papst) ist ein päpstlicher Ehrenorden für besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes. Gestiftet wurde das Ehrenzeichen von Papst Leo XIII. am 17. Juli 1888 anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums. Es kann sowohl an Mitglieder des Klerus als auch an Laien verliehen werden. Das Ehrenzeichen besteht aus einem stilisierten Kreuz mit dem Wappen des jeweiligen Papstes und der Inschrift: PRO ECCLESIA ET PONTIFICE. In der Mitte des Kreuzes sind die Apostelfürsten Petrus und Paulus dargestellt. Gehalten wird es von einem breiten Ordensband in den Kirchenfarben Gelb und Weiß.

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Der Orden vom Heiligen Papst Silvester (auch Silvesterorden) ist der fünfthöchste Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche. Der Silvesterorden, gestiftet 1841 von Papst Gregor XVI. und 1905 von Papst Pius X. erneuert, bezieht sich auf Papst Silvester I. (314–325). Die Insignien zeigen auf einem achtzackigen, goldenen, weiß emaillierten Kreuz auf der Vorderseite des schwarzen Mittelschildes das Bild Silvester I. Der Orden wird an einem schwarzen, dreifach rot geränderten Band getragen. Ursprünglich gab es den Orden in den drei Klassen Ritter, Komtur und Großkreuz-Ritter. Seit der Reform von 1905 wird er auch an Frauen (als „Dame“ bzw. „Großkreuz-Dame“) vergeben, außerdem wurde die Stufe Komtur mit Stern mit dunkelblauem Hintergrund im Mittelschild hinzugefügt.


Gertrud Mezger

Gertrud Mezger wurde am 8. Dezember 1922 in Stuttgart geboren und lebt heute in Niedernhall-Weißbach im Kochertal (Hohenlohekreis). Sie begann eine Ausbildung als technische Zeichnerin. In den Jahren ab 1936 wurden Katechetinnen-Kurse mit kirchlicher Schlussprüfung angeboten. Gertrud Mezger nahm erfolgreich an den Kursen in Beuron und Ellwangen teil.

In den Nachkriegsjahren wurde sie als Katechetin angestellt und unterrichtete in Stuttgart an der Höheren Handelsschule und in der Schwabschule. Im Jahr 1950 zog Gertrud Mezger dann in den Hohenlohekreis nach Oberginsbach. Dort unterrichtete sie in den Gemeinden.

Als unermüdlich tätige, kreative Frau wird sie von vielen beschrieben. Sie sammelte die Katechetinnen zu monatlichen Treffen um sich. In diesen Jahren war sie neben der Schule auch sechs Jahre lang Jugendreferentin in den Dekanaten der Hohenlohe. Diese Tätigkeit war damals ein ehrenamtlicher Dienst, der zusätzlich zum vollen Stundendeputat nachmittags und abends geleistet wurde. Mit ihrem Schuldienst war es jedoch für die Katechetin nicht getan. Es bekümmerte sie sehr, dass in der Diasporagegend so wenig Katholiken zum Gottesdienst gingen. So sammelte sie die Sport-Frauen um sich, gestaltete die Feste mit, betreute die Ministranten, rief die Sternsingeraktion ins Leben, beteiligte sich am Vorbereitungstag für den Weltgebetstag der Frauen, besuchte die Kranken, brachte alleinstehenden Menschen das Mittagessen. Dies alles leistete sie ehrenamtlich.

Als selbstverständlich verstand sie es, dass sie kindgerechte Kindergottesdienste anbot, Kinder und Jugendliche auf die Erstkommunion und die Firmung vorbereitete und bis ins hohe Alter als Lektorin und Kommunionhelferin ihren Dienst verrichtete.

Seit einigen Jahren kümmert sie sich verstärkt um Menschen in schwierigen Situationen. Insbesondere ihre reiche künstlerische Begabung setzt sich zur Glaubensverkündigung ein, indem sie eine schöne Weihnachtskrippe für die Gemeinde schuf.

Frau Gertrud Mezger gilt als „Urahne“ der Katecheten und Gemeindereferentinnen im Hohenlohekreis. Sie war vor und nach dem Konzil Katechetin und konnte sich durch ihre Kreativität und Wissbegierde auf die Neuerungen gut einstellen. Sie hat die Glaubensinhalte nicht nur mit ihrem Mund verkündet, sondern sie durch ihren Dienst und ihr Leben glaubhaft weitergegeben.
Iris Ripsam

Iris Ripsam, geborene Stiller, wurde am 27. April 1959 in Stuttgart geboren. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern, und lebt heute im Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof.

Iris Ripsam kommt aus einem gläubigen und praktizierenden Elternhaus; die Familie kam als Heimatvertriebene nach Stuttgart. Nach dem Abschluss der Mittleren Reife folgte eine Ausbildung in der Steuerverwaltung des Landes Baden-Württemberg, es schloss sich die Tätigkeit beim Landesamt für Besoldung und Versorgung an.

Frau Ripsam hat sich früh mit ihrer Familie in der katholischen Kirchengemeinde engagiert. Ihr Mann war lange Jahre Mitglied im Kirchengemeinderat, die Kinder lange Zeit in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv und gehören zur Gruppe der Ministranten.

Sie selbst war viele Jahre Mitglied im Bezirksbeirat Stuttgart-Möhringen. Sie setzte sich in dieser Zeit besonders für die Interessen und Belange der Bewohner im Stadtteil Fasanenhof ein. Durch ihre aktive Mitgliedschaft im Bezirksverband der CDU wurde sie zur Kandidatur für die Wahlen zum Gemeinderat in Stuttgart vorgeschlagen und auch gewählt. Nach der letzten Wahl übernahm sie den Vorsitz im Sozialausschuss der CDU-Fraktion. Im Laufe des vergangenen Jahres wurde sie zur Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Rathaus Stuttgart gewählt.

Seit Oktober 2002 ist Iris Ripsam Mitglied im Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und seit fast sieben Jahren Mitglied im Verwaltungsrat des Vereins. Sie hat sich in dieser Zeit immer wieder engagiert für die Unterstützung der karitativen Dienste eingesetzt, besonders dann, wenn es um die Förderung von Projekten ging, für die kommunale Mehrheiten gewonnen werden mussten.

Besonders verdienstvoll war das Engagement der erfahrenen Stuttgarter Stadträtin bei der landes- und kommunalpolitischen Diskussion um den Erhalt des Landesprogramms „Mutter und Kind“. Sie setzte sich eindeutig und resolut für den Erhalt des Hilfsprogramms für Alleinerziehende ein und scheute sich nicht, hier auch aus der eigenen Parteilinie auszuscheren. Den Ausstieg aus dem Programm konnte sie letztlich nicht verhindern, aber dank ihres Einsatzes erfolgte er erst einige Jahre später.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit ist Iris Ripsam auch vielfältig ehrenamtlich tätig. Im kirchlichen Bereich als Zweite Vorsitzende des ökumenischen Kranken-Pflegevereins Stuttgart-Fasanenhof, als Elternbeirätin im Kindergarten und als Mitarbeiterin in der Pfarrbücherei sowie in der KAB-Gruppe St. Ulrich. Im gesellschaftlichen Bereich ist sie neben ihrer Tätigkeit als Stadträtin und in der Fraktion der CDU Vorstandsmitglied der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Landesvorsitzende der Union der Vertriebenen, Flüchtlinge und Spätaussiedler Baden-Württemberg, stellvertretende Kreisobfrau der Sudetendeutschen Landsmannschaft Stuttgart, stellvertretende Vorsitzende des Schwäbischen Frauenvereins Stuttgart.

Iris Ripsam ist eine kommunalpolitisch motivierte Frau, die sich vor ihrem gläubigen Lebenshintergrund im Interesse der Bürger in öffentlichen und parteiinternen Ämtern und Funktionen einbringt. Sie hat sich mit viel Zeit und Kraft und in überdurchschnittlicher Weise für das Wohl der Allgemeinheit eingesetzt. Das christliche Menschenbild, das die Liebe Gottes zu allen Menschen aussagt und konkretisiert, ist für sie Maßstab und Motivation zugleich.

Willibald Bezler

Willibald Bezler wurde am 25. Juli 1942 in Ellwangen geboren. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder, und lebt in Ellwangen–Schrezheim.

Nach seiner kaufmännischen Lehre wurde er bereits 1966 Kantor an der Basilika St. Vitus in Ellwangen und gleichzeitig Leiter des Oratorienchores Ellwangen. Während dieser Zeit studierte er Kirchenmusik und Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und schloss das Studium 1969 mit dem A-Examen ab. 1969 wurde er an der Basilika zum Kirchenmusiker angestellt. Seit 1970 ist er Leiter des collegium musicum.

1977 wurde Bezler von Bischof Georg Moser zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Seit 1979 übt er eine Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Stuttgart aus, zunächst für Musiktheorie, seit 1985 für Liturgisches Orgelspiel und Improvisation. Seit 1995 ist er Professor und seit 1996 Leiter der Abteilung Katholische Kirchenmusik.

Willibald Bezler liegt die künstlerische Professionalität in der Ausübung der Kirchenmusik ebenso am Herzen wie die Sorge um die musikpädagogische Arbeit mit Kindern. Er führt bis zum heutigen Tag Lektoren- und Kantorenschulungen sowie Kurse für Erzieherinnen zur Musik im Kinder- und Familiengottesdienst durch. 1975 hat er ein Konzept zur Kantorenausbildung erarbeitet.

Willibald Bezler ist Chorleiter sowohl des Stiftschors als auch des Oratorienchors in Ellwangen. Unter seiner Leitung wurden 18 bedeutende Messvertonungen neu einstudiert, 153 Motetten, darunter auch größere Kantaten und Oratorien, weltliche Liedsätze und Kantaten. Seine Repertoireliste des Stiftschores liest sich wie ein Lexikon abendländischer Chormusik.

Darüber hinaus komponiert er auch selbst für die Liturgie. In den letzten Jahren hat er unter anderem folgende Werke geschaffen:
 Missa Veritatem in caritate für Schola, Gemeinde, Orgel, Bläser (1989),
 Johannes Passion für Soliquenten und Chor (1990),
 Stabat mater für Sopran und Orgel (1990),
 Johannes Passion für Solioquenten, Schola, achtstimmigen Chor (1992),
 Lukas 19 f.5 Pauken (1999),
 Mit der Komposition der Bibli organi – 13 Hörbilder für Orgel und Schlaginstrumente von 2001 setzte er ein besonderes Zeichen seiner Arbeit.

Weitere Kompositionen folgten:
 Erbarme dich meiner, o Gott für Kantor, Gemeinde, Tamtam, Orgel (2002),
 Kreuzort-Rätsel mit Lösungswort für 4 Schlagzeuger und Zuspiel (2002),
 Psalm 47 für Chor, Mrimbaphon, Tamtam (2001),
 Deutsches Fronleichnamsproprium,
 Vertonung des Weihnachtsevangeliums.

Seine Werke zeichnen sich aus durch die Synthese einer autonomen Tonsprache und einer gleichzeitigen Praxisbezogenheit in liturgischer und musikalischer Hinsicht.

Aufgrund seines kirchenmusikalischen Wirkens wurde Willibald Bezler Berater in verschiedenen Gremien. Unter anderem ist er Mitglied der Bischöflichen Kommission für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart, im Vorstand des Vereins zur Förderung zeitgenössischer liturgischer Musik, im Diözesan-Cäcilienverband und im Hochschulsenat. Über Jahre hinweg war er stellvertretender Vorsitzender der Konferenz der Leiter kirchenmusikalischer Ausbildungsstätten. Am 15. Juli 2002 wurde ihm die „Orlando di Lasso-Medaille“ verliehen. Vier Jahre später durfte er sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern.

Richard Schwörer

Richard Schwörer wurde am 14. Februar 1925 geboren. Er ist verheiratet und Vater von sieben Kindern und ist in Abtsgmünd–Hohenstadt (Ostalbkreis) wohnhaft.

Richard Schwörer stammt aus der Unternehmerfamilie Schwörer, die in der Baubranche mit mehreren Unternehmen in Deutschland und darüber hinaus tätig ist. Eines dieser Unternehmen hat er selbst geleitet. Als aktiver Katholik hat er seinen Glauben überzeugend und glaubwürdig gelebt. Täglich gehörte für ihn der Gottesdienstbesuch zu seinem Tagesablauf.

Von 1976 bis 1996 war Richard Schwörer Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates in Hohenstadt und Zweiter Vorsitzender im Dekanatsrat. Den Dienst als Lektor, Eucharistiehelfer und Wortgottesdienstleiter hat er in dieser Zeit in seiner Heimatgemeinde wahrgenommen und sich während der Vakanz um Geistliche bemüht, die in dieser Zeit Gottesdienste in der Gemeinde gefeiert haben.

Maßgeblich trug er dazu bei, dass die Patriziuswallfahrt neu belebt wurde und das Rosenkranzgebet in den Gemeinden neu gestärkt und verankert wurde. Durch seine Überzeugungskraft gelang es ihm, eine beachtliche Gruppe für das Rosenkranzgebet zu gewinnen. Über dieses Engagement hinaus, war er ein großherziger und großzügiger Spender für die vielfältigen Aufgaben der Kirche.

Richard Schwörer war Mitglied der Diözesansynode 1985/86 und hat im Ausschuss Liturgie und Verkündigung mitgewirkt. Dem Diözesanrat gehörte er von 1986 bis 1997 an. In dieser Zeit war er auch Mitglied des Finanzausschusses und der Ausgleichskommission, in letzterer war er acht Jahre stellvertretendes Mitglied. Im Diözesanrat, vor allem im Finanzausschuss, hat er mit seinem zutiefst kirchlichen Denken, seinem Sachverstand und mit seinem unternehmerischen Wissen und Engagement, vieles mit auf den Weg gebracht und gefördert. Er hat auf der einen Seite als Diözesanratsvertreter den Interessen seines Dekanates Nachdruck verliehen, aber auch stets den Blick für das Ganze gehabt und die Planungen der Diözesanleitung und Verwaltung nach Kräften mitgetragen und unterstützt.

Herr Schwörer hat sich besonders für den Glauben in seinem Umfeld stark gemacht. So hat er das Haus der Kirche in Aalen initiiert und das Projekt zum Laufen gebracht. Ruhig und beständig hat er in unzähligen Gesprächen die Beteiligten von der Bedeutung des Hauses überzeugt.

Die Renovation der Wallfahrtskirche Hohenstadt ist sein Verdienst. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, für die er sich engagierte und auch finanzielle Unterstützung gewährte. Ebenso sorgte er dafür, dass regelmäßig Geistliche für die Gottesdienst in der Wallfahrtskirche zur Verfügung standen und stellte dazu seinen Fuhrpark zur Verfügung.